Überlastete Notaufnahmen : Neue Rufnummer für ärztliche Beratung

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter neuer Nummer erreichbar – die alte wird abgeschaltet.

Max Polonyi
Schnelle Hilfe. Berlins Patienten sollten sich für den dringenden Fall die 116 117 merken.
Schnelle Hilfe. Berlins Patienten sollten sich für den dringenden Fall die 116 117 merken.Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wegen eines Blutergusses zum Unfallchirurgen, mit Zahnschmerzen in die Notaufnahme – seit Jahren klagen Krankenhausärzte, dass an Wochenenden, wenn die Praxen geschlossen haben, immer mehr Patienten mit leichten Beschwerden behandelt werden wollen. Das sorgt bei den Ärzten für Überlastung und bei Patienten mit wirklich schlimmen Erkrankungen für lange Wartezeiten.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, gab es bisher die Rufnummer 310 031. Wer sie wählte, erhielt auch am Wochenende und nachts medizinische Beratung von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) – und im Zweifel die Gewissheit, dass eine Behandlung am nächsten Werktag ausreicht. Diese Nummer wird nun abgeschaltet.

Das Angebot des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist seit 1. April bundesweit unter der Nummer 116 117 zu erreichen. Unter dieser Nummer bekommen Patienten Hilfe bei Erkrankungen und Verletzungen, mit denen sie normalerweise kein Krankenhaus, sondern einen Praxisarzt aufsuchen würden – dann, wenn die regulären Praxen geschlossen sind.

„Mit der Konzentration auf die 116 117 wollen wir dem bundesweiten Ansatz Rechnung tragen, dass die Bereitschaftsdienste aller Kassenärztlichen Vereinigungen unter einer gemeinsamen Nummer erreichbar sind, egal wo in Deutschland der Anruf ausgelöst wird“, sagt Burkhard Ruppert von der KV Berlin.

Wer die 116 117 wählt, erhält zunächst eine Ersteinschätzung zu seinen Beschwerden von einem Facharzt oder vom geschulten Personal des Bereitschaftsdienstes. Dann wird er beraten, welcher nächste Schritt sinnvoll ist: die Fahrt ins Krankenhaus oder in eine Notdienstpraxis, ein Arztbesuch am nächsten Tag zu regulären Praxenöffnungszeiten, ein Hausbesuch vom fahrenden Bereitschaftsdienst oder sogar die Alarmierung eines Rettungswagens.

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Die 116 117 ist rund um die Uhr erreichbar – die Berliner Vorwahl ist dafür nicht notwendig. Jeder Anruf ist kostenlos.

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