• Umstrittene Regelung: Berlins Polizeipräsidentin hält Antidiskriminierungsgesetz für überflüssig

Umstrittene Regelung : Berlins Polizeipräsidentin hält Antidiskriminierungsgesetz für überflüssig

Es soll Bürger vor Diskriminierung durch Behörden schützen, doch viele sehen das LADG kritisch. Nun hat sich auch Berlins Polizei-Chefn Barbara Slowik geäußert.

Slowik reiht sich ein in die Riege der Kritiker des neuen Gesetzes.
Slowik reiht sich ein in die Riege der Kritiker des neuen Gesetzes.Foto: Christophe Gateau/dpa

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik hält das umstrittene Landesantidiskriminierungsgesetz für überflüssig. „Ich denke, wir hätten das Gesetz nicht gebraucht“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Viele Polizisten empfänden das Regelwerk als „Misstrauensvotum“. Deren Arbeit werde es zudem aufwendiger machen.

„Es wird auf jeden Fall mehr Diskussionen in alltäglichen Kontrollsituationen geben. Wir werden künftig jeden Einsatz noch genauer dokumentieren müssen“, wird Slowik zitiert.

[Behalten Sie den Überblick: Jeden Morgen ab 6 Uhr berichten Chefredakteur Lorenz Maroldt und sein Team im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über Berlins wichtigste Nachrichten und größte Aufreger. Kostenlos und kompakt: checkpoint.tagesspiegel.de]

Das Antidiskriminierungsgesetz (LADG) soll Menschen in Berlin vor Diskriminierung zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft durch Behörden schützen. Es soll Klagen erleichtern, wenn sich Menschen von Polizisten oder anderen Behördenvertretern ungerecht behandelt fühlen.

"Auch Clan-Mitglieder werden das Gesetz testen und reflexhaft den Vorwurf der Diskriminierung erheben", gab die Polizeipräsidentin zu bedenken. Schon früher seien Beschwerden über diskriminierendes Verhalten möglich gewesen. Die Gesellschaft müsse der Polizei „ein Stück weit vertrauen, damit sie funktionsfähig bleibt.“ Aber selbstverständlich würden alle Vorwürfe geprüft. (dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen Tagesspiegel Plus 30 Tage gratis!