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Ein Wandbild in Neukölln erinnerte an den kürzlich erschossenen Intensivtäter Nidal R.
© Paul Zinken/dpa

Statistik der Justizverwaltung: Zahl der Intensivtäter in Berlin leicht gesunken

431 Intensivtäter sind in Berlin erfasst. Knapp die Hälfte von ihnen sitzt im Gefängnis. Nur sechs sind Frauen.

Von Laura Hofmann

Die Zahl der Intensivtäter in Berlin ist im ersten Halbjahr 2018 leicht gesunken. Zum 30. Juni 2018 waren in Berlin 431 Intensivtäter erfasst. Das teilte die Senatsverwaltung für Justiz am Freitag mit. Das sind sechs Personen weniger als noch zum 31. Dezember 2017. Damals betrug die Zahl der Intensivtäter 437.

Als Intensivtäter werden Kriminelle bezeichnet, die entweder eine besonders schwere Straftat, insbesondere aus dem Bereich der Raub- und Rohheitsdelikte, begangen haben, oder in einem Jahr fünf schwere Taten wie Raub oder gefährliche Körperverletzung oder zehn Taten "von einigem Gewicht".

Der Anteil deutscher Staatsangehöriger an den Intensivtätern betrug im ersten Halbjahr 2018 rund 61 Prozent, im zweiten Halbjahr 2017 waren es 62 Prozent. Die Anzahl der Intensivtäter aus den Kriegsgebieten Syrien, Irak und Afghanistan belief sich in beiden Halbjahren auf 13 Personen (4,2 Prozent). Aus den Maghreb-Staaten stammt eine Person (Marokko 1, Tunesien 0, Algerien 0).

Behrendt: Stimmungsmache gegen Geflüchtete ist unbegründet

"Der Rückgang der Intensivtäter passt zwar nicht ins Bild derjenigen, deren Geschäft die Angst der Leute ist", sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Die Zahlen seien ein Beleg für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft. "Der Rückgang und der geringe Anteil Geflüchteter aus Syrien, Irak und Afghanistan und den Maghreb Staaten zeigt einmal mehr, dass die Stimmungsmache gegen diese Menschen unbegründet ist", sagte Behrendt weiter.

Auch interessant: Nur sechs der erfassten Intensivtäter waren in beiden Halbjahren Frauen. "Diese Zahlen zeigen deutlich", sagte Sebastian Brux, Sprecher von Senator Behrendt (Grüne) dem Tagesspiegel, "dass eine rein weibliche Welt viel sicherer wäre".

Knapp die Hälfte der Intensivtäter läuft nicht frei in der Stadt herum: Mit insgesamt 191 Personen befanden sich etwa 44 Prozent zum 30. Juni 2018 in Straf- oder Untersuchungshaft oder waren nach dem Jugendgerichtgesetz untergebracht.

Stärker zurückgegangen ist die Zahl der Schwellentäter: Waren zum 31. Dezember 2017 noch insgesamt 58 Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahre registriert, bei denen sich eine intensivkriminelle Karriere schon frühzeitig abzeichnet, waren es zum 30. Juni 2018 lediglich 49 Personen.

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