Die Sparkolumne : Es werde LED-Licht

Die alten Glühbirnen verbrauchen zu viel Strom, findet unser Kolumnist. Allerdings ist der Austausch gegen LEDs schwieriger als gedacht.

LED-Lampen verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms, den klassische Glühbirnen (rechts) ziehen.
LED-Lampen verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms, den klassische Glühbirnen (rechts) ziehen.Foto: dpa

Viele Energieanbieter haben angekündigt, die Tarife zu erhöhen. Nun, gerade beim Strom kann man einiges machen, da wird viel Geld verschenkt.

Mir fiel der vergangene Herbst ein, wir waren durch Wangen im Allgäu gekommen. Dort war gerade Markt, und ich staunte nicht schlecht, als ich sah, was die lokale Attraktion war. Vor den mittelalterlichen Fassaden, zwischen Ständen mit Obatzda und Lüngerl mit Herz, hatte ein Mann auf einem Tapetentisch sein Sortiment ausgebreitet: alte Glühbirnen, wie es sie eigentlich gar nicht mehr geben sollte. Die Leute rissen ihm die Ware aus der Hand, sogar eine Schlange hatte sich gebildet.

„Wie blöd ist das denn“, sagte ich zu meiner Frau, „so eine Glühbirne verbraucht immens viel Strom.“

Zu Hause hatte ich längst umgestellt. Erst auf diese seltsamen Energiesparlampen, bei denen man leider immer eine gefühlte Viertelstunde warten musste, bis es hell wurde. Dann kam LED. Die verbrauchen nur einen Bruchteil und das Licht sieht inzwischen aus wie früher.

100-Watt-Birnen? Die müssen raus!

Umso überraschter war ich, als ich jetzt die folgende Entdeckung machte. Meine Frau hatte sich entschlossen, das Schlafzimmer neu zu streichen, und bat mich, die gläsernen Lampenschirme abzunehmen. Froh darüber, nicht mitstreichen zu müssen, eilte ich ihr zu Hilfe und schraubte zwei undurchsichtige Glaskugeln ab. Und was fand ich dahinter? Zwei 100-Watt-Birnen alten Typs!

Schockiert darüber, wie viel Energie ich da vermutlich unnütz verbrannt hatte, entschloss ich mich, sofort zu handeln. „Die müssen raus!“, sagte ich einigermaßen barsch.

„Sollten wir nicht warten, bis sie kaputtgehen? LEDs sind doch ganz schön teuer“, gab meine Frau zu bedenken. Für einen Moment dachte ich daran, ihr vorzurechnen, wie viel Geld wir dadurch vergeuden würden, aber die Aufgabe erschien mir dann doch zu kompliziert.

Flugs erwarb ich stattdessen zwei neue LEDs, die zugegebenermaßen ziemlich teuer waren. „Aber das kriegen wir rasch wieder rein“, versprach ich. Mit großer Geste schraubte ich die Birnen ein, sagte, „es werde Licht“ und schaltete ein.

„Was brummt denn da?“, fragte meine Frau. Tatsächlich war ein unangenehmer niederfrequenter Ton unüberhörbar. „Daran gewöhnst du dich rasch“, versicherte ich. Aber meine Frau blieb uneinsichtig, beharrte darauf, dass sie das nicht akzeptieren würde.

"Was flackert denn da?"

„Wahrscheinlich haben Sie einen alten Dimmer in Ihrem Schalter“, sagte der Mann im Baumarkt. Ich reagierte verärgert, der Dimmer war noch vergleichsweise neu, nachdem der vorherige seinen Geist aufgegeben hatte. Und jetzt sollte der alt sein? Der Mann zeigte mir einen LED-geeigneten Schalter, der knapp 60 Euro kostete. Es würde sehr lange dauern, das über die Energiekosten wieder reinzuholen.

Ich bestellte einen sehr gut bewerteten Dimmer im Online-Handel für 45 Euro. Leider passte unser Schalterdeckel nicht ganz drauf, aber irgendwie kriegte ich es hin.

„Mit mir kommt die neue Zeit“, verkündete ich also am Abend und betätigte erneut den Schalter. Tatsächlich brummte nichts mehr. „Aber was flackert denn da?“, fragte meine Frau.

Beim Ausbau riss ich einen kleinen Nippel ab, der den Drehknopf an seinem Platz gehalten hatte. Mit einiger Mühe gelang es mir, ihn trotzdem wieder einzubauen. Jetzt wackelt er. Dafür habe ich eine Position gefunden, in der es weder brummt noch flackert.

„Wir sollten einfach nicht so viel dimmen“, sagte ich. Eines ist schließlich klar: Ein paar Opfer wird die Energiewende von uns allen verlangen.