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„Greta ist für mich Comedy“ : Warum Jürgen von der Lippe befürchtet, dass wir aussterben werden

Jürgen von der Lippe kehrt wieder ins Fernsehen zurück. Und lästert im BamS-Interview über Greta und die #metoo-Bewegung. Das kommt nicht überall gut an.

Hawaiihemd, Gitarre und anzüglicher Humor: Der Komiker Jürgen von der Lippe hat mit einigen Interview Aussagen für Wirbel gesorgt.
Hawaiihemd, Gitarre und anzüglicher Humor: Der Komiker Jürgen von der Lippe hat mit einigen Interview Aussagen für Wirbel gesorgt.Foto: Andreas Lander/dpa

Der WDR bekommt eine neue Sendung. In „Nicht dein Ernst“ (ab heute, 22:15 Uhr) spricht der Komiker Jürgen von der Lippe gemeinsam mit Sabine Heinrich und weiteren Gästen über die Probleme des Alltags. Zuvor hat er sowohl der BILD AM SONNTAG als auch dem Hamburger Abendblatt ein Interview gegeben – und mit einigen Aussagen mediales Kopfschütteln ausgelöst.

Die weltweite #meetoo Bewegung sieht der 71-jährige kritisch: „Es ist eine wilde Zeit, und dazu kommt dann noch MeToo. Was zur Folge hat, dass wir im Grunde aussterben werden“, zitierte ihn die BamS. Wenn sich keiner mehr traue, eine Frau anzugraben, würde es schnell freudlos werden. Dann sei es auch nicht schade um die Menschheit – auch wenn es ihn persönlich nicht mehr betreffen würde. „Ich bin 71 Jahre alt, meine Frau und ich werden uns wohl nicht mehr umorientieren.“ Jung sein möchte er in dieser verkrampften Atmosphäre jedenfalls nicht mehr.

„Die Leute haben es satt, erzogen zu werden.“

Und auch Greta Thunberg kommt beim Entertainer nicht gut weg. Sie sei für ihn inzwischen Comedy geworden, sagte er dem Hamburger Abendblatt am Sonnabend. „Die Leute haben es satt, erzogen zu werden. Und die Leute haben Greta satt.“ Dazu zitierte er den Schriftsteller Max Goldt, der gesagt hatte, wenn die Kritik an den Zuständen mehr nerve als die Zustände selber, müsse man aufpassen. „Und so weit sind wir gerade.“

Bei Twitter äußerte sich Comedy-Autor Christian Huber (NEO Magazin Royale) überrascht, dass es Jürgen von der Lippe überhaupt noch gäbe.

Der Grünen Politiker Kai Gehring zog einen Vergleich zum in der Vergangenheit häufig kritisierten Dieter Nuhr.

Etwas versöhnlichere Töne schlug dagegen der Vorsitzende der Berliner-FDP Fraktion, Sebastian Czaja an. Man könne sehr wohl von Greta genervt sein – und trotzdem Klimaschutz befürworten.

Erst im vergangenen Jahr hatte Jürgen von der Lippe (bürgerlicher Name: Hans-Jürgen Dohrenkamp) den Fernsehpreis für sein Lebenswerk erhalten.

Zu seinen größten Erfolgen als Moderator zählen die WDR-Produktionen „Wat is?“ sowie „Geld oder Liebe“.