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Constanze Spieß, Professorin am Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Philipps-Universität Marburg und Sprecherin der Unwort-Jury, verkündet die Entscheidung auf der Pressekonferenz im Fürstensaal des Marburger Schlosses.

© dpa/Christian Lademann

Jury kritisiert Verschleierung von Schulden: „Sondervermögen“ ist das „Unwort des Jahres“ 2025

Der Begriff „Sondervermögen“ aus der Wirtschaftssprache dominierte 2025 die politischen Debatten. Die „Unwort“-Jury kritisiert: Er verdeckt die Aufnahme von Schulden.

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Der Begriff „Sondervermögen“ ist zum „Unwort des Jahres“ 2025 gekürt worden. Das gab die Jury der sprachkritischen „Unwort“-Aktion am Morgen in Marburg bekannt. Der Gebrauch des ursprünglich aus der wirtschaftlichen und juristischen Fachsprache stammenden Begriffs in der öffentlichen Kommunikation verdecke, was mit ihm eigentlich gemeint sei – nämlich die Aufnahme von Schulden. 

Der im vergangenen Jahr vermehrt im öffentlich-politischen Sprachgebrauch verwendete Begriff habe „sehr deutlich die politischen Debatten über Staatsverschuldung und Investitionsprogramme“ geprägt, hieß es weiter. Auf den zweiten Platz wählte die Jury das Wort „Zustrombegrenzungsgesetz“.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können für die „Unwort“-Kür jeweils bis zum Ende eines Jahres Vorschläge einreichen, aus denen dann die Jury die Auswahl trifft. Die Jury setzt sich aus vier Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, einer Journalistin sowie jährlich wechselnden Gästen zusammen. 

Von „ausländerfrei“ bis „biodeutsch“

Infrage kommen Formulierungen, die aus Sicht der Jury gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind. Mit der Aktion soll für einen angemessenen Umgang mit Sprache sensibilisiert werden.

Vor einem Jahr fiel die Wahl auf das Wort „biodeutsch“, weil der Begriff in rassistischer und nationalistischer Weise gebraucht werde. Die Aktion läuft seit 1991. Das erste Unwort des Jahres lautete damals „ausländerfrei“.

Inzwischen gibt es mehrere Wort-des-Jahres-Aktionen. Jährlich werden beispielsweise auch das Wort, das Jugendwort und der Sprachpanscher des Jahres gekürt. Im Dezember wählte die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff „KI-Ära“ zum „Wort des Jahres 2025“ – und verwies auf die revolutionären gesellschaftlichen Veränderungen durch Künstliche Intelligenz. (dpa/KNA)

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