Morddrohung gegen Georg Restle : Drohbrief stellt Verbindung zum Lübcke-Mord her

Der Drohbrief gegen den WDR-Journalisten Georg Restle zieht eine Verbindung zum Mord am früheren Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Georg Restle, Redaktionsleiter und Moderator von "Monitor". wird bedroht.
Georg Restle, Redaktionsleiter und Moderator von "Monitor". wird bedroht.Foto: dpa

In der Morddrohung gegen den WDR-Journalisten Georg Restle ist eine direkte Verbindung zum mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hergestellt worden. „Das Schreiben beinhaltet einen Aufruf zum Mord“, sagte eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) der dpa. „Es wird der Kontext zu Walter Lübcke hergestellt.“

Die Drohung richtet sich gegen den Leiter der „Monitor“-Redaktion, Georg Restle, der am 11. Juli in den „Tagesthemen“ kritisch gegen die AfD Stellung bezogen hatte. So bezeichnete der Journalist die Partei damals als „parlamentarischen Arm“ der Identitären Bewegung - die AfD müsse als „rechtsextremistisch“ eingestuft werden, hatte er weiter gefordert.

Der Verfasser habe in seinem Drohbrief Begriffe verwendet, die an sich schon strafrechtlich relevant und dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen seien, sagte die Sprecherin weiter. Der WDR hatte nach der Morddrohung Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Anzeige sei bei der Polizei eingegangen, hieß es von der Kölner Staatsanwaltschaft. Es werde nun wegen mutmaßlicher Bedrohung ermittelt.

WDR-Intendant Tom Buhrow hatte vorige Woche zu dem Geschehen gesagt: „Dass es eine Morddrohung gegen einen unserer Journalisten gibt, entsetzt und erschüttert mich. Wir tun alles, um unseren Kollegen – wie alle anderen auch – zu schützen und ihn zu unterstützen." Georg Restle sei ein ausgezeichneter investigativer Journalist, der die politische Landschaft in Deutschland kritisch begleite. "Perfide Drohgebärden dieser Art werden uns nicht davon abhalten, unseren Job als Journalisten zu machen. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind ein hohes Gut", sagte Buhrow. Wer das nicht akzeptiere, sei ein Feind der Demokratie.“ (mit dpa)

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