Pressefreiheit : Zahl der Angriffe auf Journalisten gestiegen

Physische Übergriffe, massive Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen: Einer Studie zufolge hat die Gewalt gegen Medienvertreter 2018 zugenommen.

Bei Pegida-Demonstrationen mittlerweile Standard: Plakate mit der Aufschrift "Lügenpresse halt die Fresse".
Bei Pegida-Demonstrationen mittlerweile Standard: Plakate mit der Aufschrift "Lügenpresse halt die Fresse".Foto: dpa

Die Zahl der gewaltsamen Angriffe auf Medienvertreter in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das berichtet der MDR unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit in Leipzig. Demnach gab es 2018 insgesamt 26 gewaltsame Angriffe auf Journalisten, ein Jahr zuvor waren es 8. Vertreter von Medien seien Beleidigungen und massiven Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt, hieß es.

Das Medienzentrum erhebt seit 2015 entsprechende Daten. Damals wurden den Angaben zufolge 43 physische Übergriffe registriert, im Folgejahr ging die Zahl auf 19 zurück. Ursache für den neuerlichen Anstieg seien vor allem die gewaltsamen Proteste Ende August in Chemnitz. Innerhalb eines Monats gab es in der sächsischen Stadt zehn Angriffe, davon neun an nur einem Tag.

Mit Ausnahme von vier Angriffen hätten alle Taten einen politisch rechten Hintergrund, hieß es. In einem Fall wurde ein Journalist von linken Umweltaktivisten während der Hambacher-Forst-Proteste angegriffen. (epd)