Übergriffe auf Journalisten : Rechtsextremist greift WDR-Reporter bei Demonstration in Dortmund an

Der DJV fordert nach dem Übergriff auf WDR-Reporter bei einer Demo von Rechten mehr Schutz für Medienvertreter vor gewaltbereiten Extremisten.

Ein WDR-Team ist attackiert worden.
Ein WDR-Team ist attackiert worden.Foto: imago images/Eduard Bopp

Es geschah in Dortmund. „Das war ein feiger Angriff auf Journalisten, die ihrer Aufgabe nach Berichterstattung nachgekommen sind“, sagte DJV-Landesvorsitzende Frank Stach in Nordrhein-Westfalen am Sonntag in Düsseldorf. Solche Überfälle häuften sich und seien eine ernstzunehmende Gefahr für die Pressefreiheit. WDR-Chefredakteurin Gabi Ludwig sprach von einer „Bedrohung unserer Demokratie“.

„Weil sich extremistische Gruppen zunehmend gewaltbereit gegenüber Journalistinnen und Journalisten zeigen, müssen sie mit größtmöglichem Fahndungsdruck geahndet werden“, erklärte Stach. Er bedankte sich ausdrücklich bei der Dortmunder Polizei, die den Angreifer in Gewahrsam genommen und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat.

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Nach Angaben der Polizei wurde ein 23-jähriger Rechtsextremist am Samstag festgenommen, nachdem er bei einer nicht genehmigten Versammlungen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zwei WDR-Reporter angegriffen und einen davon am Kopf leicht verletzt habe. Die beiden Journalisten haben Anzeige erstattet, wie der WDR am Sonntag in Köln mitteilte. Weitere rechtliche Schritte würde geprüft, hieß es.

Die beiden Journalisten waren laut WDR am Samstag vor Ort, um mit der Kamera zu dokumentieren, wie Rechtsextreme Demonstrationen zu unterwandern versuchen. Der festgenommene 23-Jährige habe einem der beiden die Kamera aus der Hand schlagen wollen und ihn verletzt. WDR-Chefredakteurin Ludwig betonte: „Unsere Aufgabe ist es, Hintergründe zu recherchieren und Zusammenhänge aufzuzeigen. Von dieser Aufgabe lassen wir uns durch einen solchen Angriff nicht abbringen.“

Am Donnerstag war ein ARD-Team von einem Mann bei einer Demonstration vor dem Berliner Reichstagsgebäude attackiert worden. Bereits am 1. Mai war in Berlin ein Team der ZDF-Satiresendung „heute-show“ von rund 20 bis 25 vermummten Personen angegriffen worden.

epd

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