Zutritt verweigert : Staatsanwaltschaft wollte offenbar "Bild"-Redaktion durchsuchen

Ohne Durchsuchungsbeschluss wollten Polizisten am Samstag offenbar Zutritt zur "Bild"-Redaktion erlangen. Der Zeitung zufolge wurden sie am Eingang abgewiesen.

Die Redaktion der "Bild-Zeitung".
Die Redaktion der "Bild-Zeitung".Foto: dpa

Mehrere Polizeibeamte sollen am Samstagnachmittag versucht haben, sich Zutritt zu den Redaktionsräumen der "Bild-Zeitung" zu verschaffen. Das berichtet die Zeitung selbst. Als Grund nennt "Bild" ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen Verdachts der Volksverhetzung. Hintergrund sei ein internes Ermittlungsverfahren gegen Polizisten, die eine NSU-Opferanwältin bedroht haben sollen. Dem Bericht zufolge wollten die Ermittler Internet-Zugriffsdaten von Lesern beschlagnahmen. Unklar sei, ob sie nach einem möglichen Informanten suchten.

Da die Polizisten keinen Durchsuchungsbeschluss dabei gehabt haben sollen, sei ihnen der Zutritt verweigert worden. Die Staatsanwaltschaft habe der Zeitung am Telefon mitgeteilt, dass am Wochenende kein richterlicher Beschluss zu beschaffen war. Es sei aber Gefahr in Verzug gewesen.

Dass den Beamten der Zutritt trotzdem verweigert wurde, erklärt Chefredakteur Julian Reichelt mit dem Schutz von Informanten: „Aufgrund des hohen Gutes des unantastbaren Informantenschutzes wird Bild niemals freiwillig Daten von Lesern oder Informanten herausgeben. Gegen mögliche richterliche Anordnungen wird BILD Rechtsmittel einlegen“, zitiert ihn die Zeitung. (Tsp)

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