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Mehr Räder, mehr Kollisionen : Radfahrer verursachen mehr Unfälle

Die steigende Beliebtheit von Fahrrädern und Pedelecs hat Folgen: Vor allem die Zahl der Kollisionen zwischen zwei Radlern ist sprunghaft gestiegen.

Ein Fahrrad nach einem Verkehrsunfall in Hamburg (Archivbild)
Ein Fahrrad nach einem Verkehrsunfall in Hamburg (Archivbild)Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Die Zahl der von Radfahrern verursachten Unfälle ist stark gestiegen. Zu dem Ergebnis kommen Unfallforscher der Allianz in einem Langzeitvergleich der Unfalldaten des Statistischen Bundesamts. Auffällig ist dabei vor allem, wie stark die Zahl der Kollisionen von Radfahrern untereinander zugenommen hat.

Demnach ist die Zahl der von Radfahrern verursachten Unfälle insgesamt von 2001 bis 2018 um zehn Prozent gestiegen, von gut 19.100 auf knapp 21.100. Die Zahl der Unfälle mit zwei beteiligten Radlern jedoch hat um fast die Hälfte zugelegt: von 3837 auf 5648, ein Plus von 47 Prozent.

„Ein Grund dafür dürfte sein, dass das vorhandene Radwegenetz dem veränderten Radverkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist“, sagte Unfallforscher Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik.

Während der Langzeitvergleich sich auf Alleinverursacher bezieht, sind die Zahlen wesentlich höher, wenn schon eine Mitverantwortung von Radfahrern einbezogen wird. Wie die Analyse der Unfalldaten zeigt, sieht die Polizei bei knapp zwei Dritteln aller Radunfälle auch eine Schuld bei den Radlern.

Demnach verunglückten 2018 über 96.000 Menschen in Deutschland auf Rädern. Bei fast 60.000 dieser Unfälle spielte der Polizei zufolge „Fehlverhalten der Fahrzeugführer“ eine Rolle – wobei mit Fahrzeugführern in dieser Statistik die Radfahrer gemeint sind. Häufigste Unfallursache war mit einem Anteil von über einem Fünftel das Radeln auf der falschen Straßenseite.

Pro Tag stirbt ein Radler in Deutschland

Radfahrer tauchen in der Unfallstatistik allerdings häufig als Opfer auf. So stieg im ersten Halbjahr die Zahl getöteter Radfahrer, im Gegensatz zum allgemeinen Trend sinkender Todesopferzahlen im Straßenverkehr. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres starben 158 Radfahrer – im Schnitt wird also ein Radler pro Tag in Deutschland bei einem Verkehrsunfall getötet.

Am Mittwoch starb in Berlin-Charlottenburg eine Radfahrerin bei einem Unfall: Ein Autofahrer war trotz roter Ampel über einen Fußgängerüberweg gefahren und erfasste die Frau, sie erlag im Krankenhaus ihrer schweren Verletzungen. (Tsp, dpa)

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