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Taco al Pastor

© Michael Haiden

Tagesspiegel Plus

Jetzt ist täglich Taco Tuesday: Das bietet die erste Markthalle in Prenzlauer Berg

Endlich eröffnet die Markthalle Pfefferberg. Sie führt nur wenige Lebensmittel, dafür viele ausgezeichnete Spezialitäten aus aller Welt, allen voran Tacos, über die schon das mexikanische Fernsehen berichtete.

Von Felix Denk

Die Attraktion der neu eröffneten Markthalle Pfefferberg, die eigentlich ein Food Court mit vielen Buden im labyrinthischen Katakomben des alten Brauereigebäudes ist, befindet sich ganz am Ende. In der Küche, die man hinter dem Tresen der „Taqueria el Oso“ durch einen Rundbogen mehr erahnen als sehen kann, steht in der Ecke ein Drehspieß, der mit chilimarinierten, flach geschnittenen Schweinefleisch und einer halben Ananas obendrauf gespickt. Al Pastor nennt man diese Art von Taco. In Mexiko ein Klassiker, in Berlin ein Novum und ein erstaunlicher Hype.

Komisch, dass das keiner vorher probiert hat, findet Michael Heiden. „Es gibt doch hier an jeder Ecke einen Döner.“ Heiden ist Taco-Nerd. Die Entstehung des Al Pastor kann der Koch und Co-Gründer der Markthalle aus dem Stegreif referieren. Vorbild des senkrechten Spießes ist wohl das arabische Schawarma, das traditionell mit Lammfleisch belegt wurde. Während des Palästinakrieges 1948 verließen viele christliche Libanesen das Land Richtung Mexiko, grillten auch in ihrer neuen Heimat gerne vertikal – und begannen mit Schweinefleisch zu experimentieren. Religiös war das ja kein Tabu für sie. Bald servierten sie das Ergebnis auf einer Tortilla.

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Eine Anekdote zur wendungsreichen Geschichte des Taco al Pastor hat Heidel mit seinen Partnern Jesus Gabriel und Pablo Vasquez selbst beigetragen. In den Wirren des Lockdowns, als ihre Taqueria noch Baustelle war, veranstalteten sie einige Pop-ups, bei einem in der Bar „Fifty Cocktail Heroes“ in Prenzlauer Berg wuchs die Schlange der Neugierigen auf 400 Meter. Ein mexikanischer Journalist fand es absurd, sich da anzustellen, filmte jedoch das Spektakel und postete es auf Twitter. Am nächsten Morgen war es auf Titelseiten mexikanischer Tageszeitungen und Thema in den Fernsehnachrichten.

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So weit kam es in Deutschland zwar nicht, aber geht man an einem Sonntagnachmittag in die Markthalle, ist man umringt von Mexikanern. „So gut die Hälfte unserer Kunden“, schätzt Heidel. Für sie belegt er die Tortillas auch mit Rindfleisch (Suadero) oder Chorizo. Eine vegetarische Variante kommt mit Pilzen. Ein echtes Erlebnis sind die tollen Salsas, die in Quetschflaschen neben der Theke stehen. Die schärfste ist so feurig, dass der mexikanische Botschafter prompt einen Nachschlag wollte.

Die „Taqueria el Oso“ mag die zentrale Attraktion der Markthalle Pfefferberg sein, sie ist aber nicht die einzige. Vorne links ist etwa die Metzgerei von Maurice Wengatz, der zuvor bei „Kumpel & Keule“ und im „KaDeWe“ war, und neben sehr guter Salami einen imposanten Reifeschrank für Dry-Age-Steaks hat. Daneben verkauft Ivette Perez de Wenkel mexikanische Lebensmittel, die schon beim Hinschauen gute Laune machen. Unter anderen alles, was man für gute Tacos braucht.

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Bei der Konditorei Sprinkles gibt es bunte Törtchen und hausgemachtes Eis am Stiel, bei „Valla Vino“ eine Auswahl an angesagten Naturweinen, viele aus Deutschland, etwa die vom aufstrebenden Weingut Seckinger, von denen man auch einen Rosé aus dem Zapfhahn bekommt. Was passt zum Wein? Der Käse aus der Theke, die der führende Auskenner Fritz Lloyd Blomeyer bestückt.

Bisschen Bewegung soll auch immer drin bleiben, erklärt Co-Gründer Heribert Willmerdinger. Eine Fläche ist für Pop-ups reserviert. Im Augenblick nutzt diese das „Si An“ mit vietnamesischer Küche. Ein Nachmieter könnte Tran Nam Nguyen sein, der mit seinen Ramen-Boxen während des Lockdowns zum Internetphänomen wurde. Ein bisschen ist er sogar schon da. Seine begehrten japanischen Nudelsuppen kann man nach Vorbestellung über Instagram an der Theke vom Fleischer abholen.

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