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Botsuana: Elefanten trinken Wasser im Chobe-Nationalpark.
© Charmaine Noronha/AP/dpa

Zum Abschuss freigegeben: Botsuana hebt Verbot von Elefantenjagd auf

Die Regierung hält die Elefantenpopulation für ausreichend groß und hat das Jagdverbot aufgehoben. Die Entscheidung dürfte bei Artenschützern für Kritik sorgen.

In Botsuana hat die Regierung die Jagd auf Elefanten wieder erlaubt. Nach langen Beratungen habe man beschlossen, das seit 2014 geltende Jagdverbot aufzuheben, teilte das Umweltministerium am späten Mittwochabend mit. Konflikte zwischen Elefanten und Menschen hätten zugenommen, und dies habe negative Auswirkungen auf die Lebensgrundlage der Menschen gehabt, hieß es. Nähere Details zu den Regeln für die Elefantenjagd waren zunächst nicht bekannt.

In dem Land im südlichen Afrika sollen rund 130.000 bis 150.000 Elefanten leben, etwa ein Drittel des Gesamtbestandes des Kontinents. Botsuana hat in Afrika einen besonders guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz und ist bei Touristen sehr beliebt. Der Tourismus ist für Botsuana auch extrem wichtig, fast neun Prozent aller Beschäftigten sind laut des World Travel and Tourism Council in der Branche tätig.

Das Verbot gegen die Jagd von Elefanten wurde 2014 unter dem damaligen Präsidenten Ian Khama eingeführt. Im vergangenem Jahr trat dessen Nachfolger Mokgweetsi Masisi sein Amt an - und binnen weniger Monate begann eine Überprüfung der Entscheidung.

Der Konflikt zwischen den Tieren und Menschen war dabei ein großes Thema. In vielen afrikanischen Ländern sind Nationalparks und Tierreservate nicht eingezäunt. So kommt es oft vor, dass Elefanten und andere Tiere in Dörfer oder über Ackerland wandern und die Ernte zerstören.

Auch wenn die Zahl der Elefanten sich in einigen Gebieten Afrikas erhöht hat, ist sie nach Angaben des Internationalen Naturschutzverbands IUCN innerhalb des vergangenen Jahrzehnts insgesamt um rund 110.000 auf 415.000 gefallen.

Die Aufhebung des Jagdverbots dürfte der regierenden Demokratischen Partei (BDP) bei der Parlamentswahl im Oktober vor allem in ländlichen Gebieten Stimmen bringen. (dpa, AFP)

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