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Mitglieder der haitianischen Nationalpolizei patrouillieren in Port-Au-Prince (Archivbild).
© REUTERS/Ralph Tedy Erol

Hunderte Tote und Verletzte bei Bandenkämpfen: Haitianischer Ex-Senator bei lebendigem Leib verbrannt

Mitglieder einer kriminellen Bande sollen das Auto von Yvon Buissereth in Brand gesetzt haben. Haitis Premierminister verurteilte die Tat als „barbarischen Akt".

In Haiti haben bewaffnete Banden den ehemaligen Senator Yvon Buissereth bei einem Überfall in dessen Auto bei lebendigem Leib verbrannt. Der Vorfall ereignete sich laut lokalen Medienberichten in der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) in der Hauptstadt Port-au-Prince. Hinter der Gewalttat sollen Mitglieder der Bande „Ti Makak“ stecken. Premierminister Ariel Henry sprach in einer ersten Reaktion von einem „barbarischen Akt“.

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In Haiti sind allein in den letzten neun Juli-Tagen nach Angaben der Vereinten Nationen rund 500 Personen bei Kämpfen zwischen bewaffneten Banden getötet oder verletzt worden - oder sie gelten als vermisst. Zudem lägen Berichte über schwere sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor, Kinder würden von den Banden zwangsrekrutiert. Rund 3.000 Menschen aus den ärmsten Vierteln der Hauptstadt hätten ihre Heimat verlassen müssen, darunter auch unbegleitete Kinder. Insbesondere Port-au-Prince wird seit Wochen von schweren Kämpfen zwischen den rivalisierenden Banden „400 Mawozo“ und „Chen Mechan“ erschüttert.

Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Es wurde in den vergangenen Jahren von Naturkatastrophen wie Erdbeben und Wirbelstürmen sowie politischen Unruhen und Kriminalität destabilisiert. 2021 wurde Präsident Jovenel Moise ermordet, die Hintergründe der Tat sind bis heute nicht aufgeklärt. Seitdem führt Ariel Henry als Premierminister die Regierung, ein Termin für Neuwahlen steht noch nicht fest. Im Land herrschen chaotische Zustände. (KNA)

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