Kennen Sie die Begriffe lmgtfy oder Axelfasching? : Abstimmung für das Jugendwort des Jahres 2018 läuft

Im Internet kann aus den Top-30-Vorschlägen zum Jugendwort des Jahres 2018 abgestimmt werden. Die zur Auswahl stehenden Wörter können Sie hier nachlesen.

Der Begriff "Merkeln" gehörte zu der Nominierten-Liste für das Jugendwort 2015.
Der Begriff "Merkeln" gehörte zu der Nominierten-Liste für das Jugendwort 2015.Foto: Marc Müller/dpa

Screenitus, Besti oder lmgtfy: Der Münchner Langenscheidt-Verlag sucht das Jugendwort des Jahres 2018. Bis 13. November kann im Internet aus den Top-30-Vorschlägen für den diesjährigen Favoriten abgestimmt werden, wie der Verlag am Dienstag in München mitteilte. Die zehn meistgewählten Begriffe schaffen es in die Endrunde, in der eine Jury aus Jugendlichen, Medienvertretern und Sprachwissenschaftlern am 16. November den Gewinner bestimmt.

Ein Jugendwort ist laut Mitteilung ein Wort, das hauptsächlich im Wortschatz von Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahren anzutreffen ist. „Es zeichnet sich dadurch aus, dass es von Jugendlichen erfunden oder in einer neuen Bedeutung verwendet wird und deshalb von Erwachsenen oft als Wort aus einer anderen Sprache empfunden wird“, teilte der Verlag mit. Langenscheidt küre das Jugendwort des Jahres, um darauf aufmerksam zu machen, mit wie viel Kreativität und Spaß junge Menschen mit Sprache umgehen.

„lmgtfy“ beispielsweise steht für „let me google that for you“ und soll dem Gegenüber sagen, dass er eine unnötige Frage gestellt hat, die auch Google beantworten kann. „Screenitus“ beschreibe das Gefühl, zu lange auf den Bildschirm gestarrt zu haben. Und „Besti“ sei unter Jugendlichen eine gebräuchliche Bezeichnung für die beste Freundin.

Favoriten der vergangenen Jahren sind unter anderem „merkeln“ für Nichtstun, „Smombie“ für Menschen, die mit dem Blick aufs Handy über die Straße gehen, „napflixen“ für ein Nickerchen machen und dabei einen Film laufen lassen und „isso“ als Ausdruck von Zustimmung.

Langenscheidt kürt das Jugendwort des Jahres zum elften Mal. Vergangenes Jahr wurden nach eigenen Angaben über eine Million Stimmen abgegeben.

Das erste „Jugendwort“ im Jahr 2008 war „Gammelfleischparty“ für eine Ü-30-Party. Es folgten unter anderem „Babo“ (2013) als Bezeichnung für einen Chef oder „Läuft bei dir“ (2014). Im vergangenen Jahr wurde „I bims“ („Ich bin's“ in der „Vong“-Kunstsprache) gekürt.

Die Liste der zur Auswahl stehenden Wörter:

- AF, as fuck (Betonung, wie besonders etwas ist, Beispiel: Die neue Staffel ist sick as fuck!)

- Appler (Eine Person, die mit seinem Apple-Produkt angibt, also ein Apple Angeber, Anspielung auf Getränk „Äppler“)

- Auf dein Nacken! (Du zahlst!)

- Axelfasching (Achselhaare)

- Besti (beste Freundin)

- Borderitis (Allergie gegen Grenzen)

- boyfriend-material/girlfriend-material (ein Mann/eine Frau, der/die sich für eine Beziehung eignet)

- breiern (brechen und trotzdem weiter feiern)

- chinning (Doppelkinn-Challenge, bei der man Selfies mit Doppelkinn postet)

- Ehrenmann/Ehrenfrau (Gentleman, Lady, jemand, der etwas Besonderes für dich tut)

- einwrapen (in eine Decke einrollen wie ein Wrap)

- Exting (mit jemanden via Texting bzw. Text-Messenger Schluss machen)

- Gib ihm! (Ja man! Mach das! Richtig so!)

- glucose-haltig (süß)

- Gymkie (extremer Fitnesssportler, Gym + Junkie)

- Ich küss dein Auge (Ich hab dich gern oder ein sehr starkes Danke)

- Igers (Instagrammer)

- Kocum (mein Bester, bester Freund)

- lan (krass)

- Lauch (Trottel)

- lindnern (lieber etwas gar nicht machen, als etwas schlecht machen)

- lituation (eine Situation, die lit (cool) ist)

- lmgtfy (let me google that for you, Ausdruck, wenn jemand eine unnötige Frage stellt, die auch Google beantworten kann)

- rant (Ausraster, Beispiel: Der ist gerade voll am Ranten!)

- Screenitus (Gefühl, wenn man zu lange auf den Bildschirm gestarrt hat)

- sheeeesh (Wirklich? Echt jetzt? Nicht dein Ernst?!)

- Snackosaurus (verfressener Mensch)

- verbuggt (voller Fehler, falsch gestrickt, Beispiel: Du bist so verbuggt, du nervst!)

- wack (uncool, langweilig)

- zuckerbergen (stalken)

(epd, dpa)

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Den Link zur Online-Abstimmung finden Sie hier.

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