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Einsatzkräfte sind an einem Wohnhaus in Menden im Einsatz, nachdem dort Kinder in einem verwahrlosten Zustand aufgefunden worden waren.

© dpa/Markus Klümper

Update

Kind läuft in NRW barfuß im Schnee: Autofahrer alarmiert Polizei – auch fünf weitere verwahrloste Geschwister gerettet

Ohne Schuhe und leicht bekleidet in der Kälte: Ein Mann im sauerländischen Menden reagiert, als ihm ein Kind auffällt. Nun befinden sich drei Mädchen und drei Jungen in Obhut des Jugendamts.

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Schwer fassbarer Vorfall in Nordrhein-Westfalen: Ein Kleinkind läuft leicht bekleidet und barfuß bei klirrender Kälte vor einem Haus im sauerländischen Menden. Ein Autofahrer sieht das – und alarmiert die Polizei. Die fand dann in einer Wohnung in der Stadt fünf weitere Kinder in einem verwahrlosten Zustand. Ein Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis sagte, es handele sich um drei Jungen und drei Mädchen. Sie sind zwischen zwei und elf Jahren alt.

Wie die „Bild“ am Samstag berichtete, soll den Polizeibeamten beißender Geruch entgegengeschlagen sein, als sie die Wohnung öffneten. Die Einsatzkräfte betraten die Wohnung demnach nur mit Atemschutzgeräten und OP-Masken, die Feuerwehr setzte einen Lüfter ein. Dem Bericht zufolge soll es sich nicht um einen Messi-Haushalt handeln, die Wohnung sei aber stark vermüllt gewesen. Der WDR schreibt, Tierschützer hätten drei Hunde aus der Wohnung in Obhut genommen.

In der Wohnung in einem Zweifamilienhaus in der Stadt mit rund 52.000 Einwohnern habe sich dann ein erschütterndes Bild geboten. Die Mädchen und Jungen sollen regungslos auf einem Bett gelegen haben. Sie wurden in eine Klinik gebracht.

Alle Kinder sind altersgerecht entwickelt. Sie weisen keine Anzeichen für körperliche Misshandlungen auf.

Mitteilung der Stadt Menden und der Staatsanwaltschaft

Am Samstag teilte die Stadt Menden in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Staatsanwaltschaft Menden mit, dass die Kinder allesamt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. „Alle Kinder sind altersgerecht entwickelt. Sie weisen keine Anzeichen für körperliche Misshandlungen auf“, heißt es.

Erziehungsberechtigte waren zunächst nicht anwesend, wie die Polizei mitteilte. Noch während des Einsatzes sei die Mutter der Kinder zurückgekehrt. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Beamten den Angaben zufolge Betäubungsmittel und stellten diese sicher. Die Zeitung schreibt, es seien Mengen gefunden worden, die über den Eigenbedarf hinausgingen. 

Staatsanwältin Annika Berg sagte dem Blatt: „In der Wohnung der Familie wurden eine kleine Menge Cannabis sowie weitere kristalline Betäubungsmittel aufgefunden. Die genaue Art und Menge der Betäubungsmittel steht derzeit nicht im Vordergrund, da das Wohl der Kinder oberste Priorität hat.“

Weitere Auskünfte erteilte sie nicht. „Die Kinder wurden durch das Jugendamt untergebracht“, sagte die Staatsanwältin nur. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Kindeswohlgefährdung und des Besitzes von Betäubungsmitteln eingeleitet. Der Vater der Kinder soll noch nicht aufgetaucht sein, heißt es in dem „Bild“-Bericht weiter. Die Mutter wurde nach einer Befragung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Mendens Bürgermeisterin Manuela Schmidt (CDU) verschaffte sich vor Ort ein Bild von der Lage und teilte mit: „Wichtig ist mir vor allem, dass die Kinder wohlauf sind und zu keiner Zeit in Lebensgefahr schwebten.“ (lem)

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