Unfallstatistik für 2018 : Mehr Tote im deutschen Straßenverkehr

In Berlin stieg die Zahl der Verkehrstoten 2018 um 25 Prozent an. Deutschlandweit starben 3265 Menschen. Das sind 85 Verkehrstote mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer ist 2018 stark gestiegen.
Die Zahl der getöteten Fahrradfahrer ist 2018 stark gestiegen.Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Auf deutschen Straßen sind nach zwei Jahren Rückgang wieder mehr Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen. In Berlin starben 45 Menschen. Das sind neun Verkehrstote mehr als im Vorjahr - und damit ein Anstieg um 25 Prozent. Deutschlandweit sprach das Statistische Bundesamt am Mittwoch von 3265 Verkehrstoten, das sei eine Zunahme von 2,7 Prozent. Zugleich handele es sich um den drittniedrigsten Stand seit dem Jahr 1950, berichtete das Amt unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse.

Detaillierte Ergebnisse liegen bislang bis zum November 2018 vor. Demnach geht der Anstieg der Gesamtzahl auf eine Zunahme bei getöteten Fahrrad- und Motorradfahrern zurück. Zwischen Januar und November starben 50 Fahrradfahrer und damit 13,6 Prozent mehr. Hinzu kamen 57 getötete Motorradfahrer, dies bedeutet einen Anstieg um 9 Prozent, wie das Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Zahl sank hingegen bei den Fußgängern um rund sechs Prozent und den Autofahrern um rund zwei Prozent.

Die größte Zunahme meldete das Bundesamt für Sachsen (plus 50) und Hessen (plus 26). Den stärksten Rückgang gab es den Zahlen zufolge in Baden-Württemberg (minus 18) und Nordrhein-Westfalen (minus 16).

Die Gesamtzahl der von der Polizei aufgenommenen Unfälle ging mit 0,4 Prozent leicht auf 2,6 Millionen zurück. Zu Sachschäden kam es in 2,3 Millionen Fällen. Tote oder Verletzte gab es in 307.900 Fällen, das sind 1,7 Prozent mehr. Die Zahl der Verletzten stieg um 1,1 Prozent auf rund 394.000.

Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) forderte angesichts der Zahlen, die Bemühungen für mehr Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern zu erhöhen. "Die vielen getöteten Radfahrer zeigen, dass hier dringend mehr passieren muss", erklärte DVW-Präsident Kurt Bodewig.

"Wir brauchen gute Angebote für Pedelec-Nutzer, ältere Radfahrer und bei Infrastruktur sowie Abbiege- und Notbremsassistenten", fügte er hinzu. Vor allem müssten sich Verkehrsteilnehmer aber "der Verantwortung für sich selbst und für andere bewusst sein und danach handeln". (dpa/AFP/Tsp)

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