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„Woman down“: Nach Hollywood-Eklat: Colleen Hoovers neues Buch erscheint
Die Verfilmung von Hoovers vorherigen Bestseller mit Blake Lively und Justin Baldoni endete in einem gewaltigen Shitstorm. In ihrem neuen Buch geht es nun um eine Autorin nach einem Shitstorm. Zufall?
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Colleen Hoover sind die brisanten Parallelen durchaus bewusst. Gleich im Vorwort zu ihrem neuen Buch „Woman Down“ schreibt die Bestseller-Autorin: „Bitte sucht darin keine Bezüge zu meinem Privatleben - es gibt keine“.
Dass dieser Fingerzeig vielleicht nicht ganz unbegründet ist, verrät ein kurzer Blick in den Inhalt: Im Buch geht es um eine erfolgreiche Autorin, die nach der Verfilmung eines ihrer Bücher einen Shitstorm erlebt und daraufhin in eine Schreibblockade gerät. Wenn man sich Hoovers vergangene Jahre anschaut, kommt man leicht auf den Gedanken, dass die Realität Pate gestanden hat. Denn wer den Namen „Colleen Hoover“ hört, denkt ziemlich schnell an die skandalumwitterte Verfilmung ihres Buchs „Nur noch ein einziges Mal“ - und an die medienwirksame Schlammschlacht der beiden Hauptdarsteller Blake Lively und Justin Baldoni.
Hoover lieferte bislang Bestseller nach Bestseller
Dabei eignet sich Hoovers eigenes Leben bereits für einen Film. Die frühere Sozialarbeiterin lebte mit ihrem Mann und drei Kindern in einem Trailer, als sie ihren ersten Roman im Selbstverlag veröffentlichte. Nach nur wenigen Wochen stürmt der Roman die renommierte Bestsellerliste der „New York Times“. Mehr als 20 Bücher später zählt sie zu den erfolgreichsten Autorinnen unserer Zeit - mit einer gigantischen Fangemeinde unter anderem auf TikTok.
Hollywood giert nach ihren Büchern, weil sich daraus perfektes Popcorn-Kino machen lässt - vermeintlich. Denn ihre letzte Buchverfilmung machte eher negative Schlagzeilen, als sich die Hauptdarsteller Lively und Baldoni in aller Öffentlichkeit mit Vorwürfen überzogen.
Schlammschlacht zwischen Hauptdarstellern
Lively („Gossip Girl“) beschuldigte ihren Co-Star Baldoni wegen sexueller Belästigung beim Dreh und warf ihm sowie dem Produzenten Jamey Heath in einer Klage vor, ihren Ruf zerstören zu wollen. Baldoni („Jane the Virgin“), der bei dem Film auch Regie geführt hatte, hatte seinerseits mit einer Klage unter anderem gegen Lively und ihren Ehemann Ryan Reynolds wegen Verleumdung reagiert. Baldonis Klage wurde bereits abgewiesen. Für die noch laufende Klage von Lively ist ein vorläufiger Prozessauftakt für den kommenden März angesetzt.
Für Hoover eine bittere Erfahrung: Sie fühle sich beschämt und wolle gar nicht mehr mit dem Buch in Verbindung gebracht werden, sagte sie kürzlich der amerikanischen Zeitschrift „Elle“. Der Streit habe alles überschattet.
Seit dem Erscheinen ihres letzten Buchs - der Fortsetzung von „Nur noch ein einziges Mal“ - sind drei Jahre vergangen. Ziemlich viel für die produktive Hoover, die normalerweise mindestens ein Buch pro Jahr veröffentlicht. „Ehrlich gesagt brauchte ich eine Atempause, weil mich das, was ich immer am liebsten getan habe, zunehmend belastet hat“, schreibt sie in ihrem Vorwort.
Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen
Ganz ähnlich wie die Protagonistin ihres neuen Buchs, Petra Rose. Die zieht sich in ein Haus am See zurück, um endlich den Roman zu vollenden, an dem sie schon länger arbeitet. Nach einem Shitstorm im Zusammenhang mit einer Verfilmung ihres Buchs meidet sie die Öffentlichkeit. Doch auf einmal steht der gut aussehende Polizist Nathaniel vor ihrer Haustür - exakt so, wie sie es gerade in ihrem Buchentwurf geschrieben hat. Die beiden kommen sich näher und ihre gemeinsame Zeit beflügelt ihre Kreativität. Doch die Grenzen zwischen dem Plot ihres Buchs und der Realität verschwimmen immer mehr. Und irgendwann sieht Petra ihre gesamte Existenz bedroht.
Wird das neue Buch auch verfilmt?
Hoover selbst sagt, dass dieses Buch vielleicht das Abgründigste sei, das sie je geschrieben habe. Dennoch bleibt sie ihrem Erfolgsrezept treu: Schmöker in einfacher Sprache bei mitunter wuchtigen Themen wie Missbrauch oder Gewalt. Kritiker halten ihre Bücher für platt, die Figuren für stereotyp und voller Klischees. Immer wieder wird auch bemängelt, dass übergriffiges oder missbräuchliches Verhalten nicht verurteilt, sondern vielmehr romantisiert wird.
Hoovers Erfolg dürfte das auch dieses Mal keinen Abbruch tun; auf Tiktok häufen sich bereits die Videos der Fans, die das neue Buch mit Spannung erwarten. Gut möglich, dass auch hier die Filmstudios bald anklopfen. Ihr letzter Thriller „Verity“ war ebenfalls ein Bestseller und wird gerade verfilmt - mit den Hollywood-Stars Anne Hathaway und Dakota Johnson.
© dpa-infocom, dpa:260114-930-541323/1
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