
© AFP/FEDERICO PARRA
„Hätte sie ihn abgelehnt, wäre sie heute Präsidentin“: Ließ Trump die Oppositionsführerin Machado fallen, weil sie den Friedensnobelpreis annahm?
Donald Trump zeigt nach der US-Intervention in Venezuela keine Unterstützung für Oppositionsführerin Machado. Einem Bericht zufolge könnte ihre Annahme des Friedensnobelpreises der Auslöser sein.
Stand:
Als „Meilenstein“ und „großen Schritt für die Freiheit und für die Menschenwürde“ bezeichnete die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado die Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten und lobte in einem auf X verbreiteten Videoausschnitt den US-Präsidenten. Es stammt aus einem Interview mit dem Trump-nahen Sender „Fox News“.
Überschwänglich bedankte sie sich auch zuvor in einem persönlichen Post auf ihrem X-Account, wo sie Trump und seine Regierung „für ihre Entschlossenheit und Standhaftigkeit bei der Wahrung des Rechts“ lobte.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.
Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.
Umgekehrt fand der US-Präsident bisher keine besonders freundlichen Worte für die Oppositionsführerin. Ganz im Gegenteil. Trump hat für sie keine führende Rolle in Venezuela vorgesehen und stellte ihre Erfolgsaussichten als Politikerin öffentlich infrage: „Machado habe weder Unterstützung noch Respekt im Land“, erklärte er.
Ein Oppositionsvertreter betonte im Gespräch mit der „Washington Post“, Trumps Aussagen seien schwer zu verkraften, doch politische Übergänge erforderten „bittere Pillen“. In den kommenden Tagen werde sich zeigen, ob die von den USA vereidigte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez – eine loyale Nachfolgerin Maduros – einen moderaten Kurs einschlage oder die alten Strukturen fortführe.
Laut „Washington Post“ führen manche Trumps Ablehnung auf Machados Annahme des Friedensnobelpreises zurück – eine Entscheidung, die ihm missfallen habe.
Der US-Präsident habe die Auszeichnung selbst begehrt, und manche seiner Vertrauten werteten es als „größte Sünde“, dass Machado den Preis entgegennahm – selbst nachdem sie ihn öffentlich Trump widmete.
Aus ihrem Umfeld heißt es, sie hätte aus Trumps Sicht ablehnen müssen, um seine volle Unterstützung zu gewinnen. „Hätte sie abgelehnt und gesagt: ‚Ich kann das nicht annehmen, weil es Donald Trump gehört‘, wäre sie heute Präsidentin von Venezuela“, sagte ein Mitstreiter, der anonym bleiben will, der „Washington Post“.
Trump weist die Darstellung zurück
Trump selbst wies diese Darstellung zurück und widersprach ihr im Interview mit „NBC News“. Zwar sagte er über Machado, „sie hätte ihn (den Friedensnobelpreis, Anm.) nicht gewinnen sollen“, betonte jedoch, dies habe keinen Einfluss auf seine Einschätzung ihrer politischen Zukunft.
Gleichzeitig ließ er offen, ob er sie für geeignet hält, das Land zu führen, und verwies darauf, dass seine Entscheidungen auf strategischen Überlegungen beruhten.
Machado wiederum hat nach eigenen Angaben seit Oktober 2025 nicht mehr mit Trump gesprochen. Das letzte Gespräch habe am Tag der Bekanntgabe des Friedensnobelpreises stattgefunden, sagte sie bei „Fox News“.
Ausgezeichnet wurde sie in Oslo für ihren Einsatz gegen das, was das norwegische Nobelkomitee als Diktatur in Venezuela bezeichnete. Für die Preisverleihung war sie im vergangenen Monat heimlich aus dem Land ausgereist und ist seither nicht zurückgekehrt, betonte aber, sie wolle „so bald wie möglich heimkehren“. (lum)
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid: