
© REUTERS/U.S. SOUTHERN COMMAND
Kriegsverbrechen?: US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot war offenbar besonders heimtückisch
Ein Militärflugzeug wurde laut Medienbericht offenbar umlackiert, Überlebende sollen gezielt angegriffen worden sein.
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Bei dem ersten öffentlich gemachten US-Angriff auf ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot in der Karibik hat das Pentagon Medienberichten zufolge im September 2025 eine als Zivilflugzeug getarnte Militärmaschine eingesetzt. Wie die „New York Times“ am Montag berichtete, wurde bei dem Angriff „ein ziviler Status vorgetäuscht“, um „den Gegner zu täuschen“. Das Vortäuschen eines zivilen Status werde im Völkerrecht als „Heimtücke“ und damit als Verstoß gewertet.
Bei dem US-Angriff am 2. September 2025 waren elf Menschen vor der Küste Südamerikas getötet worden. Laut dem Zeitungsbericht war das Flugzeug durch die Lackierung eines zivilen Flugzeuges getarnt und hatte seine Munition im Rumpf versteckt, anstatt diese sichtbar unter den Tragflächen zu transportieren.
Ein ehemaliger Jurist der US-Luftwaffe, Steven J. Lepper, sagte der „NYT“, dies könnte nach den Regeln bewaffneter Konflikte als Kriegsverbrechen gewertet werden.
Auf wehrlose Überlebende geschossen?
Nach dem Raketenangriff auf das Boot seien zwei Überlebende zu erkennen gewesen, die sich an das brennende Boot geklammert und dem getarnten Flugzeug zugewinkt hätten, berichtete die „NYT“ weiter Die US-Armee habe daraufhin erneut auf sie geschossen. Das Weiße Haus bestätigte bereits einen von dem verantwortlichen Admiral angeordneten „Double-Tap“-Einsatz, bei dem das Boot zweimal in Folge angegriffen wurde. Den Oberbefehl hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth.
Seit September haben die USA mehr als hundert Menschen bei Angriffen auf angebliche Drogenboote im Ostpazifik und in der Karibik getötet. (dpa)
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