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Kurden mit Bussen abtransportiert: Syriens Armee will ganz Aleppo unter Kontrolle gebracht haben – Kurden dementieren
Eine Waffenruhe zwischen der syrischen Armee und kurdischen Kämpfern scheiterte. Nun meldet die syrische Armee die Einnahme des Stadtteils Scheich Maksud. Damit würde die Kurden Teile Aleppos verlieren, die sie seit 2011 hielten.
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Nach dem Scheitern einer Waffenruhe hat die syrische Armee damit begonnen, das letzte von Kurden gehaltene Viertel in Aleppo zu räumen. Sie will die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle gebracht haben, was kurdische Kämpfer allerdings dementierten. Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten jedoch auch am Samstagnachmittag weiterhin Schüsse im umkämpften Stadtteil Scheich Maksud.
Kurdische Kämpfer bezeichneten die Arme-Angaben über eine Einstellung der Kämpfe als „völlig falsch“. Die kurdischen Einheiten seien weiterhin dabei, „einen gewaltsamen Angriff“ abzuwehren, hieß es in einer Erklärung.
Truppen der syrischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer lieferten sich seit Dienstag Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation, bei der mehr als 20 Menschen getötet wurden. Nach Angaben von Gouverneur Assam al-Gharib flohen bis Samstag rund 155.000 Bewohner der betroffenen Viertel Scheich Maksud und Aschrafijeh in andere Stadtteile oder aufs Land.
Die Kämpfe in der zweitgrößten Stadt des Landes hatten begonnen, nachdem Bemühungen zur Eingliederung der de facto autonomen Kurden-Verwaltung und ihrer Armee in die neue syrische Übergangsregierung im Sande verlaufen waren. In der Nacht zum Freitag hatte das Verteidigungsministerium eine Waffenruhe verkündet, die Kurden-Kämpfer hatten ein Niederlegen der Waffen jedoch abgelehnt.
Kurden offenbar in Bussen abtransportiert
Dutzende kurdische Kämpfer hätten die zweitgrößte Stadt Syriens inzwischen verlassen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag aus Sicherheitskreisen. Später wurden Reuters-Reportern zufolge mehr als 100 Männer, die als Mitglieder der kurdischen Sicherheitskräfte Asayisch identifiziert wurden und sich ergeben hatten, mit Bussen abtransportiert.
Weder die Asayisch selbst noch andere Kurden-Vertreter äußerten sich dazu. Zuvor waren bereits zahlreiche Zivilisten aus dem umkämpften Viertel Scheich Maksud geflohen. Die Armee teilte mit, sie arbeite daran, eine verbliebene Gruppe von Kämpfern zu vertreiben.
Die Gewalt in Aleppo verschärft einen der größten Konflikte in Syrien. Dort stößt das Versprechen von Präsident Ahmed al-Scharaa, das Land nach 14 Jahren Krieg zu einen, auf den Widerstand kurdischer Kräfte, die seiner islamistisch geführten Regierung misstrauen. Eine zu Wochenbeginn vereinbarte Waffenruhe war von den USA und anderen Staaten begrüßt worden, scheiterte jedoch am Widerstand der Kurden, ihre letzte Hochburg in der Stadt aufzugeben.
Vorwürfe gegen Regierungstruppen
Den Sicherheitskreisen zufolge waren bereits in der Nacht zum Samstag einige kurdische Kämpfer und ihre Familien heimlich aus Aleppo in den Nordosten des Landes gebracht worden. Eine Kurden-Vertreterin begrüßte eine Vereinbarung zur „sicheren Verlegung“ von Kämpfern. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) erklärten jedoch, sie befänden sich weiterhin in Straßenkämpfen.
Sie warfen den Regierungstruppen vor, zivile Infrastruktur wahllos zu bombardieren, darunter ein Krankenhaus, in dem Zivilisten Schutz suchten. Die Angriffe würden von türkischen Drohnen unterstützt. Ein türkischer Sicherheitsvertreter wies dies zurück. Die syrische Armee bestritt ihrerseits wahllose Angriffe und beschuldigte die SDF, das Rathaus von Aleppo mit einer Drohne angegriffen zu haben.
Mit der Einnahme von Scheich Maksud würde die Kontrolle der Kurden über Teile von Aleppo enden, die sie seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges 2011 innehatten. Die kurdischen Kräfte kontrollieren weiterhin große Teile im Nordosten Syriens, wo sie eine halbautonome Zone verwalten.
Sie haben sich bisher einer Integration in die neue syrische Regierung widersetzt. Diese besteht aus ehemaligen Rebellen, die den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024 gestürzt hatten. Nachdem die Verhandlungen über eine Zusammenlegung der Streitkräfte ins Stocken geraten waren, brachen am Dienstag die Kämpfe in Aleppo aus. Dabei wurden mindestens neun Zivilisten getötet und nach UN-Angaben mehr als 140.000 Menschen vertrieben. (Reuters, AFP)
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