
© dpa/Juan Carlos Hernandez
Schiff fuhr unter falscher Flagge: USA setzen weiteren Öltanker in der Karibik fest
Einem US-Regierungsvertreter zufolge handelt es sich um das Schiff „Olina“. Es ist der fünfte derartige Einsatz in den vergangenen Wochen.
Stand:
Die USA haben in der Karibik nahe Trinidad einen weiteren Tanker festgesetzt. Demnach handelt es sich um das Schiff „Olina“, sagt ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Das Schiff sei fälschlicherweise unter der Flagge von Osttimor gefahren und zuvor von Venezuela aus gestartet, heißt es aus Schifffahrtskreisen. Es ist der fünfte derartige Einsatz in den vergangenen Wochen, mit dem Washington die Ölexporte Venezuelas kontrollieren will.
Zudem würden weitere Schiffe beobachtet, die versuchen, die US-Blockade gegen sanktionierte Tanker auf dem Weg von und nach Venezuela zu umgehen, wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte berichtet. Die „Olina“ habe zuvor den Namen „Minerva M“ getragen und sei wegen des Transports von russischem Öl mit Sanktionen belegt worden.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, eine „vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela“ zu verhängen. Er begründete dies damit, dass das südamerikanische Land Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen habe – diese müssten zurückgegeben werden.
In den vergangenen Wochen haben US-Streitkräfte mehrere Öltanker unter ihre Kontrolle gebracht. Erst diese Woche hatten sie ein unter russischer Flagge fahrendes Frachtschiff im Nordatlantik und einen weiteren Öltanker in der Karibik beschlagnahmt. Bei beiden Einsätzen berief sich das US-Militär auf den Schutz der westlichen Hemisphäre. Mit der westlichen Hemisphäre ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegender Inseln gemeint.
Schiff der russischen Schattenflotte
Das besonders Brisante bei einer Beschlagnahmung am Mittwoch: Bei dem Öltanker„Bella-1“ , mittlerweile umgetauft auf den Namen „Marinera“, handelt es sich um ein Schiff der sogenannten russischen Schattenflotte, die sanktioniertes Öl über die Weltmeere transportiert.
Über Mahnungen aus Moskau, sich von dem Tanker fernzuhalten, hatten sich die Behörden von Donald Trump hinweggesetzt. Russland warf den USA daraufhin das Schüren „militärischer und politischer Spannungen“ vor. Washington sei „bereit, schwerwiegende internationale Krisen zu provozieren“, erklärte das russische Außenministerium am Donnerstag. Dies sei „bedauerlich und alarmierend“.
Das Ministerium in Moskau warnte davor, dass der Vorfall die „bereits extrem angespannten russisch-amerikanischen Beziehungen“ aufgrund der in den vergangenen Jahren zunehmenden Konflikte noch weiter verschlechtern könnte.
Die Beschlagnahme des Tankers und die Festsetzung eines weiteren Tankers mit mutmaßlichen Verbindungen nach Venezuela in karibischen Gewässern erfolgte wenige Tage nach der Gefangennahme des mit Russland verbündeten venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz. (Tsp, Reuters, dpa)
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid: