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US-Präsident Donald Trump

© dpa/Julia Demaree Nikhinson

Interview nach dem US-Militärschlag: Auf die Frage, wer in Venezuela das Sagen habe, antwortete Trump: „Ich“

Donald Trump schließt Neuwahlen vorerst aus und fordert den Wiederaufbau der Ölindustrie. Alle Entscheidungen lägen bei ihm – auch, wenn es um eine zweite Militärintervention gehe.

Stand:

In einem Interview mit dem US-Sender „NBC News“ hat sich US-Präsident Donald Trump zur Zukunft Venezuelas geäußert. Geht es nach ihm, wird es in den nächsten 30 Tagen keine Neuwahlen geben. Wir müssen zuerst das Land in Ordnung bringen“, sagte er und fügte hinzu: „Man kann keine Wahlen abhalten. Die Menschen können unmöglich wählen gehen.“

Besonders zentral sei zunächst der Wiederaufbau der Energie- und Ölindustrie, die Trump als Schlüssel zur wirtschaftlichen Erholung bezeichnete.

Die USA könnten eine breit angelegte Initiative von Ölunternehmen subventionieren, um Venezuelas Energieinfrastruktur wieder funktionsfähig zu machen, erklärte er. Das Projekt könne weniger als 18 Monate dauern. Er betonte jedoch, dass „enorme Summen“ investiert werden müssten.

Die Ölkonzerne würden das Geld zunächst selbst aufbringen und später von den USA oder durch künftige Einnahmen aus dem venezolanischen Energiesektor entschädigt. Trump deutete an, dass der Wiederaufbau schnell vorankommen könne, wenn die Unternehmen freie Hand bekämen.

Trump sieht die USA nicht im Krieg mit Venezuela

Im selben Interview stellte Trump klar, die USA seien „nicht im Krieg mit Venezuela“, sondern gegen kriminelle Netzwerke, die den USA schaden würden.

Er benannte zudem mehrere zentrale Figuren seiner Administration, die das US‑Engagement in Venezuela steuern sollen: Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Vizepräsident JD Vance und der stellvertretende Stabschef Stephen Miller. Dennoch betonte er, dass letztlich er selbst die Entscheidungen treffe. Auf die Frage, wer in Venezuela das Sagen hat, antwortete er: „Ich“.

Die Aussagen erfolgten kurz nach der Festnahme von Nicolás Maduro, der in New York wegen Verschwörung zum Narco‑Terrorismus und Kokainhandel angeklagt wurde und sich für nicht schuldig erklärte. Seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez arbeite inzwischen mit den USA zusammen, sagte Trump, auch wenn es zuvor keinerlei Absprachen gegeben habe.

Die Kritik, er habe bei der US-Intervention ohne Zustimmung des Kongresses gehandelt, wies Trump zurück. Er behauptete, genügend Rückhalt im Parlament zu haben, ohne jedoch offenzulegen, welche Abgeordneten vorab informiert waren. Laut „NBC“ wollte er sich dazu „nicht näher äußern“.

Er schließt eine zweite Militäroperation nicht aus

Zudem deutete er an, im Notfall eine zweite Militäroperation starten zu können, falls Delcy Rodríguez die Zusammenarbeit einstellen sollte – auch wenn er nicht erwarte, dass dies nötig sei.

Trump äußerte sich auch zur Rolle der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado. Ein Bericht der Washington Post hatte nahegelegt, Trump lehne sie als mögliche Nachfolgerin Maduros ab, weil sie im Jahr zuvor den Friedensnobelpreis erhalten habe – eine Auszeichnung, auf die Trump selbst lange gehofft hatte.

Im Interview wies Trump diese Darstellung zurück. Er sagte zwar, „sie hätte ihn nicht gewinnen sollen“, betonte aber, seine Einschätzung ihrer politischen Zukunft habe nichts mit dieser persönlichen Bewertung zu tun.

Dennoch ließ er offen, ob er sie für geeignet hält, das Land zu führen, und verwies lediglich darauf, dass seine Entscheidungen auf strategischen Erwägungen beruhten, nicht auf persönlichen Kränkungen. (lum)

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