Classic Open Air : Auftakt für den Sommer

Classic Open Air startet am Gendarmenmarkt mit Dagmar Manzel und Peter Maffay. Eigentlicher Star des Abends ist aber das Filmorchester Babelsberg.

Elias Pietsch
Peter Maffay bei Classic Open Air
Peter Maffay bei Classic Open AirFoto: imago/APP-Photo

Wie jedes Jahr verwandelt das Classic Open Air auch diesmal den Gendarmenmarkt in eine große Freiluftbühne. Bei bestem Sommerwetter öffnet die 27. Ausgabe am Donnerstag seine Pforten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg, Stammgäste des Festivals, nutzen den Abend um hundertsten Geburtstag zu feiern. 1918 als Orchester der UFA gegründet erfolgte nach dem Krieg die Neugründung im Osten als DEFA-Sinfonieorchester. Nach der Wende erhielt es seinen heutigen Namen und spielt seitdem die musikalische Begleitung verschiedener Fernseh- und Kinoproduktionen ein – auch den Jingle der Tagesschau.

Zum Jubiläum bietet das Programm große Namen: Peter Maffay ist da und Dieter „Maschine“ Birr von den Puhdys. Die überzeugendsten Auftritte stammen aber von den Schauspielerinnen und Sängerinnen Katherine Mehrling, Dagmar Manzel und der Soulsängerin Cassandra Steen. Mehrlings Marlene-Dietrich-Medley ist hoch unterhaltsam und gibt ihr Gelegenheit ihre wandlungsfähige Stimme zu zeigen. Dagmar Manzels tiefe Stimme, scheint wie gemacht für die Chansons des Filmkomponisten Friedrich Hollaender. Und Cassandra Steens Gesang ist sowieso über alle Zweifel erhaben. Toll ist ihre Version des Bond-Songs zu „Octopussy“.

Peter Maffays Set ist etwas routiniert. Neben dem unvermeidlichen „Über sieben Brücken“ überrascht der Tabaluga-Song „Ich wollte nie erwachsen sein“ mit emotionaler Tiefe. Wobei die Kindheitserinnerungen des Autors an den grünen Drachen hier eine Rolle spielen könnten. Der eigentliche Star des Abends ist aber das Filmorchester. Unter der Leitung von Robert Reimer spielt es sich durch die verschiedensten Stile, von Filmmusik über Pop zu Klassik. Besonders gut gelingen die jazzigen Songs der 20er Jahre, hier sitzt alles perfekt, das ist auch rhythmisch durchaus beeindruckend. Schade nur, dass der Sound nicht mitspielt: der Gesang ist oft zu leise, das Schlagzeug zu blechern. Langweilig wird es zu keiner Sekunde. Und zum Schluss: Feuerwerk.

Nächster Termin: 7.7., 19.30 Uhr Nessun Dorma, weitere Infos: classicopenair.de

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