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Comic-Ikone : Asterix-Zeichner Uderzo ist tot

Gemeinsam mit Autor René Goscinny schuf er die weltberühmte Comicserie. Uderzo starb im Alter von 92 Jahren.

Im April 2007 in Paris: Albert Uderzo.
Im April 2007 in Paris: Albert Uderzo.Foto: Stephane de Sakutin/AFP

Der Zeichner der weltberühmten Asterix-Comics, Albert Uderzo, ist tot. Er starb im Alter von 92 Jahren, wie seine Familie am Dienstag mitteilte. Er starb friedlich im Schlaf an Herzversagen, wie die Sprecherin des deutschen Asterix-Verlages, Egmont Ehapa, dem Tagesspiegel am Dienstagmorgen sagte.

Gemeinsam mit Autor René Goscinny (1926-1977) gehörte er zu den Schöpfern der Comicserie um ein Dorf voller unbeugsamer Gallier, die den römischen Besatzern die Stirn bieten. Es ist eine der erfolgreichsten und langlebigsten Comicserien der Welt.

Uderzo war ein begnadeter Zeichner, hatte allerdings in den vergangenen Lebensjahren wegen der Arthrose in seinen Händen kaum noch zum Stift gegriffen. Da Goscinny, der ursprünglich für Szenarien und Dialoge zuständig war, bereits 1977 starb, war Uderzo seitdem auch für Dialoge und Handlung der Comicreihe zuständig.

Ein neues Duo führt die Serie fort

Als beste Zeit der Serie gelten allerdings die späten 1960er und frühen 70er Jahre, in denen die beiden Franzosen gemeinsam Klassiker wie „Streit um Asterix“ oder „Asterix bei den Schweizern“ schufen.

Seit sieben Jahren ist ein neues Duo für die Weiterentwicklung der Geschichten um die rauflustigen Gallier zuständig: Didier Conrad, der für die Zeichnungen zuständig ist, und Jean-Yves Ferri, der Handlung und Dialoge verantwortet.

Klassiker. Bis 1977 prägten Goscinny und Uderzo die Reihe, hier „Asterix bei den Olympischen Spielen“.
Klassiker. Bis 1977 prägten Goscinny und Uderzo die Reihe, hier „Asterix bei den Olympischen Spielen“.Illustration © Goscinny-Uderzo/Egmont

Die beiden Franzosen bewahren zeichnerisch und inhaltlich weitgehend den einst von Goscinny und Uderzo kreierten Stil, ergänzt durch vorsichtige inhaltliche Modernisierungen wie beim jüngsten Album „Die Tochter des Vercingetorix“, das im vergangenen Herbst erschien.

Vor allem zeichnerisch folgt der neue Zeichner seinem Vorbild sehr eng, auch absolute Kenner der Serie können Conrads Stil nur in wenigen Details vom Strich Uderzos unterscheiden.

„Ich bin der Tempelwächter“

In den ersten Jahren nach seinem Rückzug kontrollierte Uderzo noch sehr genau, was seine Nachfolger machten. „Ich bin der Tempelwächter und werde dafür sorgen, dass die Persönlichkeit der Figuren nicht verloren geht“, sagte Uderzo mal in einem Interview.

In jüngster Zeit hat er sich aber zunehmend zurückgezogen und den beiden Nachfolgern weitgehend freie Hand gelassen, wie Didier Conrad dem Tagesspiegel im vergangenen Herbst bei einem Interview anlässlich des neuen Asterix-Albums erzählte.

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Uderzo wurde am 25. April 1927 als Sohn italienischer Einwanderer in der Nähe von Reims geboren. Ende der 40er Jahre gehörte er zu den erfolgreichsten Zeichnern seiner Generation - trotz seiner Farbenblindheit. Im Jahr 1951 lernte Uderzo dann den talentierten Geschichtenschreiber Goscinny kennen.

Gemeinsam produzierten sie mehrere Serien, darunter die Erlebnisse des Kaperkapitäns „Pitt Pistol“ und des jungen Reporters „Luc Junior“. Ihr größter Erfolg begann jedoch ab 1959 mit Asterix, dessen erstes Abenteuer in der Zeitschrift „Pilote“ veröffentlicht wurde, bevor in Frankreich mit „Asterix le Gaulois“ (Asterix der Gallier) zwei Jahre später das erste Album erschien. In Deutschland kam das Werk 1968 auf den Markt.

Bis 1977, dem Jahr, in dem Goscinny im Alter von 51 Jahren starb, veröffentlichte das Duo mehr als 20 Alben. Die erste von Uderzo allein geschaffene Geschichte „Der große Graben“ erschien 1980.

Langwieriger Erbstreit mit der Tochter von Uderzo

Die Marke „Asterix“ ist nicht nur in kultureller Hinsicht wertvoll. Um die Kontrolle des millionenschweren Erbes hatte es in den vergangenen Jahren immer mal wieder Streit gegeben. So hatte Albert Uderzo seiner Tochter 2007 die Geschäftsführung des Asterix-Verlages Albert René entzogen.

Im folgenden Jahr überließ er Albert René dem Verlag Hachette Livre, wogegen sich Sylvie Uderzo wehrt. 2011 erstattete sie Anzeige gegen Unbekannt wegen „Ausnutzung der Schwäche“ ihres Vaters.

Das führte zu einem langjährigen juristischen Streit. Erst 2014 entscheid ein französisches Gericht abschließend, der Comic-Zeichner sei - anders als von seiner Tochter angegeben - nicht von Dritten ausgenutzt worden. Die Familie erklärte daraufhin den Streit für beendet. (AFP/dpa/lvt)

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