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In der Kampfschule: Eine Szene aus „Pankat“.
© Schreiber & Leser

Kampfkunst-Comic „Pankat“: Fliegende Fäuste, aber wenig dahinter

Der Kampfkunst-Comic „Pankat“ des französischen Zeichners Merwan verspricht eine fulminante Geschichte, löst das aber leider nicht ein.

Der Comic „Pankat“ des französischen Zeichners und Autors Merwan („Mechanica Caelestium“) beginnt vielversprechend. Das stilistisch an einen Manga erinnernde Cover zeigt einen jungen Mann in martialischer Faustkampfpose. Die ersten Bilder von „Pankat“ (Übersetzung Resel Rebiersch, Schreiber & Leser, 216 S., 32,80 €) zeigen in extrem breiten Panoramapanels die Ankunft dieses jungen Mané vor den Toren der wie ein Gebirge sich auftürmenden Stadt Irap.

Eine weitere Seite aus „Pankat“.
Eine weitere Seite aus „Pankat“.
© Schreiber & Leser

Den Beutel mit seinen letzten Münzen und sein Reittier zahlt er für die Dienste eines Schleppers, der ihn warnt: „Jeder, den ich hierher gebracht habe, träumte vom großen Glück. Und wachte auf.“ Doch der junge Mann brennt unbeirrbar für ein Ziel: „Ich will Pankat-Meiser werden!“

Dieser Auftakt also lässt eine energiegeladene Heldenreise in opulenter Optik und gewürzt mit fliegenden Fäusten erwarten. Mané hat weder Geld noch Kontakte, allein den unbedingten Willen, im Pankat zu reüssieren, einer Art fernöstlich angehauchtem Boxkampf. Naiv und unerschrocken erkämpft sich einen Platz in der ersten Talentschmiede am Platz, der Tempel-Schule von Meister Eiram.

Doch er braucht Geld, um den Unterricht zu bezahlen. Bei einem Streifzug durch die Gassen und Gasthäuser der Stadt lernt er den zwielichtigen, aber charismatischen und schlagkräftigen Feisat kennen. Der offeriert ihm einen gefährlichen Job.

Mané lässt sich anheuern und kommt zu spät hinter das Ausmaß von Feisats Tun, das ihn in Konflikt mit Eiram und der Tempel-Schule bringt und auf einen Kampf auf Leben und Tod hinausläuft...

Dass Titelbild von „Pankat“.
Dass Titelbild von „Pankat“.
© Schreiber & Leser

All das hätte das Zeug zu einem spannenden, unterhaltsamen und schön anzusehenden Comic. Doch leider schwankt die Qualität von Erzählung wie Zeichnungen im Lauf der gefühlt zu vielen Seiten recht stark. Das Artwork erweckt im späteren Verlauf der Seiten irgendwie den Eindruck von Lieblosigkeit.

[Merwans „Mechanica Caelestium“ gehörte 2020 zu den Comics, die Tagesspiegel-Leser*innen zu den besten Werken des Jahres zählten - hier gibt es das Ergebnis unserer Umfrage.]

Gerade bei den zahlreichen Kampfszenen in der gigantischen Arena ist das ärgerlich, wenn die ineinander verknäulten Kombattanten der gegeneinander antretenden Teams kaum auseinanderzuhalten sind.

Die Geschichte wird unübersichtlich, die Beweggründe des als Bösewicht etablierten Feisat erschließen sich nicht wirklich. Und was die Frauenfiguren angeht, so würde dieser Comic keinen Bechdel-Test bestehen.

Barbara Buchholz

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