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Im Schlachtgetümmel: Eine Szene aus „Donjon Antipoden -10.000. Bd. 1: Die Armee des Schädels“.
© Reprodukt

Die Schlacht geht weiter: Frisches Blut für Fantasy-Serie „Donjon“

Kämpfe, Magie und ein loyaler Hund: So setzen Joann Sfar und Lewis Trondheim ihre eigentlich beendete Erfolgsserie „Donjon“ doch noch fort.

Eigentlich hatte die satirische Fantasy-Serie „Donjon“ unter Federführung von Joann Sfar („Die Katze des Rabbiners“) und Lewis Trondheim („Ralph Azham“) 2015 nach rund 40 Alben ihr Finale. Jetzt hauchen die französischen Comicgrößen ihrer Schöpfung im eigenständigen Prequel „Donjon Antipoden -10.000. Bd. 1: Die Armee des Schädels“ (aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock, Lettering von Olav Korth, Reprodukt, 48 S., 13 €) doch noch einmal neues Leben ein.

Als Protagonist betritt der Kampfhund eines Ork-Kriegers die Bühne und die Frühzeit Donjon-Universums. Die Geschichte startet also auf der Seite der klassischen Genre-Bösewichte, die Tolkien einst etablierte. Zu Beginn gibt es gleich eine große Schlacht zwischen der Ork-Horde und einem Heer ihrer elfischen Erzfeinde.

Vierbeiniger Antiheld: Eine Szene aus „Donjon Antipoden -10.000. Bd. 1: Die Armee des Schädels“.
Vierbeiniger Antiheld: Eine Szene aus „Donjon Antipoden -10.000. Bd. 1: Die Armee des Schädels“.
© Reprodukt

Nach dem Tod seines Herrn gerät der treue Köter ausgerechnet an einen Artgenossen im Dienst der Elfen. Trotzdem ziehen die beiden Hunde gemeinsam los, weil der vierbeinige Antiheld hofft, seinen Besitzer mittels Zauberer wiedererwecken zu können.

Gefühle, Gewalt und Fantasie

1998 starteten Sfar und Trondheim die „Donjon“-Saga. Den Namen ihrer Fantasy-Parodie voller Abenteuer, Monster und Magie leiteten sie vom Hauptturm einer mittelalterlichen Festung sowie dem englischen Wort Dungeon für Verlies ab, also wie im Rollenspielklassiker „Dungeons & Dragons“.

In den Comics diente der Donjon als Dreh- und Angelpunkt eines grenzenlosen Fantasy-Abenteuerspielplatzes. Sfar und Trondheim wurden von hochkarätigen Zeichnern unterstützt, darunter Manu Larcenet („Blast“) und Christophe Blain („Isaak der Pirat“). Die Stars verwirklichten parallel mehrere lustige, freche „Donjon“-Serien auf verschiedenen Zeitachsen.

Das Titelbild des besprochenen Bandes.
Das Titelbild des besprochenen Bandes.
© Reprodukt

Von den Titeln und der Nummerierung her sah das furchtbar kompliziert aus, doch kann man eigentlich jeden Band aufschlagen, da sich einem die Storys, der Humor und die launigen Schwert-und-Magie-Persiflagen immer erschließen. Umso schöner, dass „Donjon“ nun zurück ist.

Die unabhängig zu lesende Odyssee des loyalen Hundes aus den Reihen der Orks, die von brutalen Kämpfen und launischer Magie dominiert wird, hat „Donjon“-Debütant Grégory Panaccione („Ein Ozean der Liebe“) in einem cartoonigen Strich illustriert. Der taugt für Tierfiguren, Gefühle, Gewalt und Fantasie, sein Storytelling erinnert zudem an Sfars eigene Arbeiten als Zeichner. Serienstammkolorist Walter spendiert eine passend düstere Farbpalette.

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