DAU-Projekt von Ilya Khrzhanovsky : Wird die Berliner Mauer bald rekonstruiert?

Fake-DDR Unter den Linden: Das DAU-Filmprojekt des umstrittenen russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky könnte nun doch in Berlin realisiert werden.

Baustelle vor dem Kronprinzenpalais
Baustelle vor dem KronprinzenpalaisFoto: Jürgen Ritter

Gerüchte über ein Berliner DAU-Projekt kursieren schon länger. Noch länger zurück datieren die Gerüchte über einen mysteriösen, bei der ukrainischen Stadt Charkiw gedrehten Mammutfilm des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky. Am Sonntag gaben die Berliner Festspiele bekannt, dass sie seit dem Frühjahr als Veranstalter am Zustandekommen einer Präsentation als Gastspiel im Herbst arbeiten. Die Produktion sei ein frei finanziertes Projekt, so die Festspiele, die Aufführung Teil eines europäischen Präsentationszyklus unter dem Motto Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

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Beim Berliner Teil „Freiheit“ (neben später geplanten Premieren von „Brüderlichkeit“ in Paris und „Gleichheit“ in London) soll eine Art Fake-DDR Unter den Linden vorgesehen sein, mit einer rekonstruierten Mauer am Kronprinzenpalais. Die Festspiele formulieren es so: Das Stadtteilprojekt mit Installationen, Performances und Konzerten wolle für „einen kurzen Zeitraum eine Stadt in der Stadt schaffen, die ein Leben nach anderen Regeln zeigt und erfahrbar macht“. Die Genehmigungsprozesse bei den Behörden und die Gespräche mit den Anwohnern und Partnerinstitutionen seien noch in vollem Gange und nicht abgeschlossen. Ursprünglich sollte das streitbare, unter strenger Geheimhaltung vorbereitete Projekt 2017 rund um die Volksbühne realisiert werden, kam aber offenbar nicht zustande.

Die Filmarbeiten waren begleitet von Gerüchten

Geplant sei auch die erste Vorführung der den Festspielen zufolge 13 Filme und Serienformate von Khrzhanovsky (dessen einziger herausgebrachter Langfilm aus dem Jahr 2004 datiert). Darin werden drei Jahrzehnte eines Moskauer wissenschaftlichen Instituts ab 1938 simuliert. Anderen Quellen zufolge handelt es sich um das XXL-Biopic des sowjetischen Physikers Lev Landau. Über 400 Personen und Laiendarsteller sollen dafür teils über Jahre zusammengelebt haben, von Überwachungskameras beobachtet. Die Filmarbeiten waren begleitet von Gerüchten und vereinzelten Berichten über sexuelle Übergriffe, Veruntreuung von Fördergeldern und über die Beteiligung von Neonazis beim ebenfalls gefilmten Abriss des Sets 2011. Dies berichtete 2017 der britische „Telegraph“. Die Website www.dau.xxx gibt bislang wenig Informationen preis und erfordert eine Registrierung. (Tsp)

So sah die Mauer vor dem Fall aus
"Scheiße - eine Bombe!" - das soll ein Spezialist der Berliner Polizei gesagt haben, als er 1982 oder 1983 ganz allein ein verdächtiges Paket vor der Mauer öffnete. Das Foto schoss ein amerikanischer Militärpolizist am Landwehrkanal. Das Haus auf der Ostseite steht heute noch an der Lohmühlenstraße Ecke Jordanstraße. - Foto: popo.uw23 ( Public Domain)Weitere Bilder anzeigen
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23.11.2018 15:57"Scheiße - eine Bombe!" - das soll ein Spezialist der Berliner Polizei gesagt haben, als er 1982 oder 1983 ganz allein ein...
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