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Stille Legende. Bob Weir an der Seite von Warren Haynes (rechts) bei einem Konzert im Jahr 2009.

© imago/ZUMA Press/imago stock&people

Der zweite Mann: Bob Weir von den Grateful Dead ist tot

Der Rhythmusgitarrist war das vorletzte überlebende Gründungsmitglied der Band aus San Francisco. Nun ist er mit 78 Jahren gestorben.

Von Gregor Dotzauer

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Als Rhythmusgitarrist der Grateful Dead und ihrer Endlos-Jams stand er immer im Schatten von Jerry Garcia, dem Mastermind der Band. Bob Weir hat den 1995 im Alter von 53 Jahren verstorbenen Leadgitarristen aber immerhin um drei Jahrzehnte überlebt. 1947 in der späteren Hippie-Metropole San Francisco geboren, hat er am Sonnabend als vorletztes Gründungsmitglied mit 78 Jahren den Weg in das Reich gesucht, das der Band ihren Namen gab. Zuletzt hatte sich Bassist Phil Lesh 2024 im Alter von 84 Jahren verabschiedet. Nun wahren nur noch die Drummer Bill Kreutzmann und der 1967 hinzugestoßene Mickey Hart das frühe Erbe.

Noch im vergangenen August stand Bob Weir nach einer Krebsdiagnose zum 60-jährigen Jubiläum der Grateful Dead unter dem Titel Dead & Company drei Tage lang auf der Bühne des Golden Gate Park – in Gesellschaft von neuen Superstars wie dem Gitarristen und Sänger John Mayer. Die anfangs stark psychedelische Musik, die durch zahlreiche Verpuppungen ging und eine ganz eigene Americana-Tradition begründete, hat längst in der übernächsten Generation ihre Fans gefunden.

Obwohl Weir weder durch Rolle noch Berufung ein Solist wie Garcia war, pflegte er einen eigenwilligen Stil. Seine Begleitakkorde erklangen oft nur ausgedünnt und in spontan improvisierten Umkehrungen. Seine Einwürfe wurden deshalb hin und wieder mit dem Comping von Jazzmusikern verglichen.

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Über seine Popularität machte er sich keine Illusionen: „Wenn man lange genug durchhält, fangen die Leute an, einem Aufmerksamkeit zu schenken“, verriet er ein Jahr vor seinem Tod dem amerikanischen „Rolling Stone“. Den Ruhm trägt indes noch immer Jerry Garcia davon. Alte und neue Deadheads, wie sich die Fans der Band und ihrer akribisch dokumentierten Konzerte nennen, huldigen nach wie vor dem bärtigen Captain Trips, wie der halluzinogenen Drogen gegenüber aufgeschlossene Gründervater liebevoll genannt wird.

Jahr für Jahr findet rund um seinen Geburtstag ein kostenloses Konzert zu seinen Ehren statt. 2025 enthüllte San Franciscos Bürgermeister Daniel Lurie im Excelsior District, wo Garcia aufwuchs, in Ergänzung zur Harrington Street überdies ein Schild mit der Aufschrift Jerry Garcia Street. Vielleicht machen sich wahre Deadheads nun daran, Bob Weir ähnliche Würden zu verschaffen – oder die beiden künftig zumindest gemeinsam zu verehren.

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