
© action press/Mary Crane
Die Sky-Zuschauerinnen dürfen sich freuen: Wieder Sex im Universum von „Sex And The City“
Die zweite Staffel von „And Just Like That“ findet zur Leichtigkeit zurück
- Joachim Huber
- Britta Schultejans, dpa
Stand:
Muss man einen Wow-Effekt nennen, was da zum Start der zweiten Staffel „And Just Like That“ passiert: Charlotte schnappt sich ihren Mann Harry, Miranda sich ihre neue Liebe Che – und Carrie sich den attraktiven Produzenten ihres Podcasts. Der Sex ist zurück im Universum von „Sex And The City“.
Leben geht weiter
In den beiden neuen Folgen der Nachfolge-Serie um die New Yorker Frauenclique, die seit diesem Donnerstag via Sky zu sehen sind, geht es weniger um Carries große Trauer nach dem Tod ihrer großen Liebe Big, sondern darum, wie es nun weitergeht mit ihr und ohne ihn.
Und während sie zurückfindet zu ihrem New Yorker Single-Ich, findet die Serie zu dem Humor und der Leichtigkeit, man könnte auch sagen: Seichtigkeit zurück, die Fans an ihr in den Nuller-Jahren so liebten.
Das grobe Szenario: Carrie (Sarah Jessica Parker) schläft jeden Donnerstag mit dem attraktiven Produzenten ihres Podcasts und ist irritiert, als der sich plötzlich auch noch an einem Dienstag mit ihr treffen will. Der Mann ist sehr attraktiv, aber eben auch Verkörperung jenes Satzes, der in der Serie fällt: „Männer sind dumm, aber mit Gefühlen.“
Miranda (Cynthia Nixon) hat ihre Alkoholsucht weitgehend in den Griff bekommen und lebt (ein Stich ins Herz für jeden Fan der alten, erfolgreichen Anwalts-Miranda) ein Leben als Anhängsel von Comedy-Shootingstar Che (Sara Ramirez) in Los Angeles. Charlotte (Kristin Davis) zieht in den Krieg gegen einen Online-Händler, über den ihre Tochter ihr rosa Chanel-Kleid verkauft hat.
Und über alldem steht die große, glamouröse Met-Gala, das New Yorker Promi-Event schlechthin, zu dem Carrie, Charlotte und ihre neuen Freundinnen Seema (Sarita Choudhury) und Lisa (Nicole Ari Parker) eingeladen sind. Sie sind nun mal die New Yorker High Society.
Noch teurere Schuhe
Ein guter Grund für die Serie, hemmungslos in Bildern von teuren Schuhen und noch teureren Kleidern zu schwelgen. Bedeutsam mag das nicht sein, politisch schon gar nicht und natürlich hat die Welt gerade ganz andere Sorgen als die Klamotten reicher New Yorkerinnen – aber Spaß macht so ein kurzer Ausflug trotzdem.
Und ganz so leicht wie „Sex And The City“ macht der Nachfolger es sich dann doch auch nicht. Eine Szene, in der Lisas Mann, weil er schwarz ist, im New York von 2023 kein Taxi bekommt, bekommt ebenso Raum wie der Streit zwischen Seema und ihrem Friseur über ihre mutmaßliche Beziehungsunfähigkeit.
In der ersten Staffel wollte „And Just Like That ...“ sich noch betont freischwimmen von dem in Teilen nicht sonderlich gut gealterten Vorgänger, der nach heutigen Fernsehstandards viel zu weiß war, viel zu hetero, viel zu klischeebeladen und insgesamt einfach viel zu wenig woke.
Im zweiten Anlauf hat sich all das besser zusammengefügt, wirkt weniger angestrengt. Das geschieht vor allem dadurch, dass die neuen Charaktere etwas mehr Tiefe bekommen und nicht mehr nur wirken wie schwarze oder nicht-binäre Alibi-Figuren, die nur dabei sind, damit die Serie nicht mehr so aus der Zeit gefallen wirkt.
Es ist wirklich bemerkenswert zu sehen und zu hören, wie rasch sich „And Just Like That“ aus dem anfänglichen Sex- und Schnatter-Universum befreit, an Substanz gewinnt und unter der Hand die ewige Frage behandelt: Wie werde ich glücklich, wenn ich schon reich bin?
Die Geschichte besinnt sich nun wieder auf das, was das „Sex And The City“-Universum vor 25 Jahren beim Start des Originals ausmachte: Sex, Witz, Tempo und tolle Frauen. (mit dpa)
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