Kinderfilm „2040“ auf der Berlinale : „Ihr erbt diese Welt“

Generation Kplus: Damon Gameau zeigt in „2040“ Möglichkeiten, den Klimawandel zu stoppen. Ein Gespräch mit Kinderreporter Leon.

Leon Sun
Nachgefragt. Der australische Regisseur Damon Gameau sprach mit Leon Sun, 11 Jahre, aus Potsdam.
Nachgefragt. Der australische Regisseur Damon Gameau sprach mit Leon Sun, 11 Jahre, aus Potsdam.Foto: Thilo Rückeis

Der Typ, mit dem du im Film auf dem Windrad sitzt …

Glaubst du, wir saßen wirklich da oben?

Nee, ich glaube, das war eine Computeranimation.

(lacht) Stimmt.

Also, kanntest du den schon, als du mit dem Filmen angefangen hast?

Er heißt Paul Hawken und ist ein Umweltschützer aus den USA. Er hat das Projekt „Drawdown“ ins Leben gerufen, über das wir im Film sprechen. Darin geht es um 100 Lösungen, wie man die Klimaerwärmung rückgängig machen kann. Ich war mitten in den Vorbereitungen zum Film, als ich einen Vortrag von ihm gehört habe. Mir war sofort klar: Mit dem muss ich sprechen, wir haben dasselbe Anliegen.

Wie hast du die Orte ausgesucht, an denen ihr gefilmt habt?

Wir haben mit Kindern gesprochen, im Film sagen ja einige Kinder ihre Meinung. Wir haben sie entscheiden lassen, mit welcher Lösung für das Klimaproblem ich mich beschäftigen würde. Kinder haben von Solaranlagen gesprochen, also bin ich nach Bangladesch gefahren, um mir dieses Dorf anzuschauen, das selbst seinen Strom produziert und verteilt. Essen wurde genannt, daraufhin habe ich mit den Farmern gesprochen, die zeigen, wie ein gesunder Boden mit Wurzelwerk und Würmern aussieht.

Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, diesen Film zu machen?

Schon länger, als du auf der Welt bist, wird darüber geredet, was falsch läuft – und die Aussagen sind immer negativ. Das ist wie zum Doktor zu gehen, und der sagt: Du bist krank! Und beim nächsten Mal: Echt krank bist du! Das will man nicht hören. Man will wissen, wie man wieder gesund wird. Genauso ist es mit unserer Erde. Ich hoffe, dass mein Film möglichst vielen Menschen zeigt, was wir tun können, damit es ihr wieder besser geht.

Ich finde, der Film wirkt motivierend.

Oh, gut! Denn ihr werdet diese Welt erben. Meine Tochter ist nur ein bisschen jünger als du, und ich möchte dafür sorgen, dass ihr ein gutes Leben habt und all die schönen Tiere zu sehen bekommt, die es auf der Welt gibt, und frische Luft atmen und sauberes Wasser trinken könnt. Das wird aber nur passieren, wenn wir jetzt was dafür tun.

Jemand im Film spricht von Wiederverwertung, das hat mich an meine Nawi-Lehrerin aus der 3. oder 4. Klasse erinnert, darüber haben wir eine Arbeit geschrieben.

Als ich so alt war wie du, haben wir darüber noch nichts gelernt. Alle haben ihr Zeug einfach weggeworfen und nicht weiter darüber nachgedacht. Deshalb ist es gut, dass ihr das lernt. Wenn ihr größer seid, könnt ihr entscheiden, was ihr mal werden wollt. Ich hoffe, es wird der Welt helfen. Welche Lösung hat denn dir am besten gefallen – die fahrerlosen Autos, die Solarenergie, der natürliche Ackerbau oder das Seegras, das die Meere wieder lebendig macht?

Ich mochte die fahrerlosen Autos am liebsten. Davon habe ich schon mal was gehört.

Manche sagen, du wirst noch nicht mal mehr den Führerschein machen müssen, wenn du groß bist, weil bis dahin die fahrerlosen Autos viel billiger sein werden und keiner mehr im eigenen Auto fährt. Oder würdest du gerne selbst fahren?

Ich weiß nicht so recht. Früher ja. Da hatte ich ein Bobby Car, mit dem habe ich mir die Schuhsohlen kaputtgefahren.

So wie Fred Feuerstein, der sein Auto mit den Füßen fährt! Siehst du, das musst du in einem fahrerlosen Auto dann auch nicht mehr machen.

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Das Gespräch führte unser Kinderreporter Leon Sun. Er ist elf Jahre alt. Anders als Damon Gameau, der „2040“ für Jugendliche ab 14 empfiehlt, würde er sagen, dass ihn auch Kinder ab zehn schon anschauen sollten. 15.2., 17.30 Uhr (Cinemaxx 1)

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