Nach Treffen mit AfD-Chef : Hessische Filmförderung trennt sich von ihrem Chef

Im Juli hatte sich Hans Joachim Mendig, Leiter der hessischen Fiolmförderung, mit dem AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen in einem Restaurant getroffen. Jetzt muss er deswegen gehen.

Das Treffen Hans-Joachim Mendigs (Mitte) mit Jörg Meuthen (AfD, links)
Das Treffen Hans-Joachim Mendigs (Mitte) mit Jörg Meuthen (AfD, links)Foto: Screenshot / instagram.com/joerg.meuthen

Nach einem umstrittenen Treffen mit AfD-Chef Jörg Meuthen hat sich die hessische Filmförderung von ihrem Leiter Hans Joachim Mendig getrennt. Der Aufsichtsrat beschloss nach Angaben des Hessischen Kunstministeriums am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung einstimmig, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden. Details dazu nannte das Ministerium nicht. Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) hatte als Vorsitzende des Aufsichtsrats am vergangenen Freitag die Sitzung einberufen, nachdem der Druck auf Mendig deutlich zugenommen hatte. Unter anderem hatten Filmschaffende angekündigt, nicht mehr mit der Hessenfilm zusammenarbeiten zu wollen. Dorn befürchtete daraufhin einen möglichen Imageschaden.

Die Hessenfilm und Medien GmbH mit Sitz in Frankfurt bündelt die komplette Filmförderung des Landes. Meuthen hatte Ende Juli ein Foto unter anderem von sich und Mendig in einem Restaurant gepostet und dazu geschrieben: „Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt“. In der Folge forderten mehr als 300 Filmschaffende den Rücktritt Mendigs, unter ihnen die Schauspielerinnen Iris Berben oder Jasmin Tabatabai. Jurymitglieder der Filmförderung drohten damit, ihre Ämter ruhen zu lassen. Mitarbeiter der Hessenfilm hatten in einer öffentlichen Mitteilung geäußert, man hoffe „auf eine Lösung im Sinne des Film- und Medienstandorts Hessen“. dpa

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!