Tagesspiegel-Leserjury : Sie prämieren den besten Film im Berlinale-Forum

Es gibt nicht nur den Goldenen Bären, auch eine Jury unserer Leserinnen und Leser vergibt einen Preis. So viele Filme wie sie sehen die wenigsten.

Die Tagesspiegel-Jury, von links nach rechts: Luisa Horn, Thomas Schippmann, Anuya Rane, Chris Feustel, Heike Bottke, Dagmar Seydell, Ingrid Lühr, Matthias Richter, Peter Apel
Die Tagesspiegel-Jury, von links nach rechts: Luisa Horn, Thomas Schippmann, Anuya Rane, Chris Feustel, Heike Bottke, Dagmar...Foto: Thilo Rückeis

28 Uraufführungen in acht Tagen haben sie vor sich, bis zu fünf Filme pro Tag. Das sind zehn Filme mehr als bei der Bären-Jury, und einige davon dauern auch noch mehr als drei Stunden. Als die neun Mitglieder der 14. Tagesspiegel-Leserjury sich zum ersten Mal treffen, erzählt Heike Bottke, bisher habe sie auf der Berlinale meistens rund zwanzig Filme geschafft.

Den besten Film im Forum werden sie küren, etliche haben sich Urlaub dafür genommen. Und weil Heike Bottke sich als Lehrerin gerade ein Sabbatjahr gönnt, kann sie ihren bisherigen Rekord mühelos übertreffen: Schlangestehen und Online-Ticketjagden sind out, der Jury-Festivalpass verschafft ihr mühelos Zugang zu etlichen Berlinale-Kinos. In den letzten Jahren hatte sie ihre Grundschüler übrigens mit Berlinale-Matheaufgaben behelligt: Drei Online-Tickets plus Vorverkaufsgebühr, das macht in der Summe ...?

Luisa Horn, mit 22 die Jüngste in der Runde, war als Elfjährige erstmals dabei und von der Atmosphäre begeistert. Gut für die Jurastudentin, dass das Festival dieses Jahr später stattfindet: Ihre Klausuren hat sie schon geschrieben. Und Peter Apel, einer der Älteren in diesem Jahr, hatte sich mit einem wahren Kunststück von Bewerbung gemeldet: Mit Ausnahme weniger Vokabeln bestand sein Mail-Text ausschließlich aus Filmtiteln.

Cristina Nord, die neue Chefin des Forums, erläutert das Profil der Reihe, die ihren 50. Geburtstag feiert: Arthouse mit besonderem Schwerpunkt auf essayistischen Formen, auf Produktionen, von denen sich oft nicht mehr sagen lässt, ob es sich um Spiel- oder Dokumentarfilme handelt. Die Jurorinnen und Juroren sollen so urteilen, wie sie es auch als Kinobesucher tun.

Und sie sollen sich fragen, welchen Film sie unbedingt ein zweites Mal sehen möchten, gibt Tagesspiegel-Redakteurin Christiane Peitz noch mit auf den Weg. Subjektivität ist Trumpf bei dem Publikumspreis, den der Tagesspiegel seit 2007 vergibt, der Mut zur radikalen Entscheidung.

Am 29. Februar wird der Siegerfilm verkündet. Und am 1. März, dem Publikumstag, wird der Gewinnerfilm nochmals gezeigt, um 19 Uhr im Cinemaxx 4, in Anwesenheit der Jury. Es gibt Restkarten.

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