Zum Tod von Tomás Maldonado : Design als Wissenschaft

Tomás Maldonado, der ehemalige Rektor der Hochschule für Gestaltung Ulm, ist im Alter von 96 Jahren gestorben.

Tomás Maldonado im Unterricht, 1958.
Tomás Maldonado im Unterricht, 1958.Foto: Wolfgang Siol/Museum Ulm, HfG-Archiv Ulm

Er war einer der prägenden Köpfe an der legendären Hochschule für Gestaltung Ulm. Nun ist der 1922 in Argentinien geborene Maler, Gestalter, Design-Theoretiker, Philosoph und Hochschullehrer Tomás Maldonado im Alter von 96 Jahren gestorben. Mit seiner bewussten Abkehr vom Bauhaus als Vorbild für die HfG Ulm leitete er einen Prozess ein, der zur Herausbildung des modernen Berufsbilds für Industriegestalter führte. "Ein Konzept, das als "ulmer modell" bis heute Gültigkeit hat und in den Grundzügen an zahlreichen Hochschulen weltweit Anwendung findet", wie die Hochschule in ihrem Nachruf schreibt. Maldonado sei es zu verdanken, dass Industriedesign als wissenschaftliche Disziplin ernst genommen wurde.

Tomàs Maldonado wurde 1954 schon provisorisch an der Hochschule für Gestaltung Ulm angestellt, bevor er 1955 einen Vertrag als Leiter der Grundlehre erhielt. Als Dozent war er von 1955 bis zu seinem Weggang 1967 der Hochschule verbunden, die er von 1964 bis 1966 als Rektor leitete. Seit 1958 gab die Hochschule für Gestaltung ihre eigene Zeitschrift "ulm" heraus, für die Maldonado wesentliche Beiträge verfasste. Dazu gehört auch der Aufsatz „Ist das Bauhaus noch aktuell?“, der 1963 erschien.

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Von Ulm ging Tomás Maldonado nach Mailand, wo er zu einem der führenden Designtheoriker, nicht nur Italiens, sondern weltweit avancierte. Tsp

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