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Meinung: Rau-Rede: Zu gespalten zum Versöhnen

Der Bundespräsident hat gesprochen. Das ist es ja auch in erster Linie, was ihm sein Amt erlaubt, in dem Reden und öffentliche Auftritt die wichtigsten Instrumente darstellen.

Der Bundespräsident hat gesprochen. Das ist es ja auch in erster Linie, was ihm sein Amt erlaubt, in dem Reden und öffentliche Auftritt die wichtigsten Instrumente darstellen. Und Johannes Rau hat gesagt, was zu sagen ist: Er hat Verständnis für die amerikanischen Angriffe in Afghanistan gezeigt, an Bushs Politik die umsichtige Vorbereitung gewürdigt und die Notwendigkeit des militärischen Einsatzes gerechtfertigt. Er hat auch beherzigenswerte Konsequenzen angemahnt. Weshalb hat man dennoch den Eindruck, dass er es sich mit der Rede, die an einen Akt der Entschiedenheit, die große Leipziger Demonstration am 9. Oktober 1989, erinnerte, zu leicht gemacht hat?

Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror Hintergrund: US-Streitkräfte und Verbündete Schwerpunkt: US-Gegenschlag, Nato und Bündnisfall Schwerpunkt: Osama Bin Laden Schwerpunkt: Afghanistan Chronologie: Terroranschläge in den USA und die Folgen Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Umfrage: Befürchten Sie eine Eskalation der Gewalt? Es ist ja alles richtig und notwendig: die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit, die Achtung der Verschiedenheit anderer Kulturen, auch die Aufforderung an die islamischen Regierungen, Religion und Politik zu trennen. Aber ist es auch möglich? Ist es der Lage angemessen - da der Krater in Manhattan, dort die Taliban, nun die Bomben? Versöhnen statt Spalten hieß einmal Raus politisches Leitwort. Doch im gegenwärtigen Moment ist nichts, noch nichts zu versöhnen, weil die Spaltung der Welt zu tief geht. Und der Versuch, nach guter deutscher Manier bei jeder Gefahr gleich, frei nach Hölderlin, das Rettende zu sehen, das daraus erwachsen soll, zieht den Verdacht auf sich, den Dingen etwas von ihrem schlimmen Ernst abzureden.

Rdh.

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