100 Tage Ministerpräsident : Söder sieht Bayern als "Gegenmodell zu Berlin"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bescheinigt seiner Regierung den ersten 100 Tagen Tatkraft und Erfolg. "In Bayern wird regiert und konsequent entschieden und nichts auf die lange Bank geschoben."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Ministerpräsident Markus Söder (CSU).Foto: Lino Mirgeler/dpa

Ministerpräsident Markus Söder will im Landtagswahlkampf nach eigenen Worten bewusst Unterschiede zwischen der CSU-Politik in Bayern und der Großen Koalition im Bund herauskehren. "Ein bisschen ist Bayern das Gegenmodell zu Berlin", sagte der CSU-Politiker am Freitag in München. "Man muss zwei Dinge schaffen: einerseits Überzeugungen haben, und zweitens Dinge umsetzen. Nur so wird Glaubwürdigkeit erzeugt", sagte Söder. "Man merkt auch, dass die Große Koalition nach hundert Tagen sich schwer tut, Dinge umzusetzen."

Seine Landesregierung habe ohne Koalitionspartner in den ersten hundert Tagen bereits zwei Drittel ihres Startprogramms umgesetzt oder angeschoben, sagte Söder: „In Bayern wird regiert und konsequent entschieden und nichts auf die lange Bank geschoben." Die CSU kämpft darum, auch nach der Landtagswahl am 14. Oktober ohne Koalitionspartner regieren zu können. In Umfragen kam die Partei in Bayern zuletzt auf Werte zwischen 41 und 44 Prozent. Für CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der Söder und CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer in der Flüchtlingspolitik über Kreuz liegen, hat die CSU bisher keine Wahlkampftermine eingeplant.

Mit Blick auf die umstrittenen CSU-Pläne zur Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze sagte Söder, er wolle zunächst die Ergebnisse des EU-Gipfels der kommenden Woche und des Vorbereitungstreffens mehrerer Regierungschefs am Sonntag abwarten. "Man sollte schauen, was da rauskommt. Man muss dann auch das Kleingedruckte lesen und am Ende bewerten, wie glaubwürdig und wie weitreichend es dann am Ende auch ist." Die Politik stehe an einer Weggabelung in der Frage der Akzeptanz in der Demokratie. "Wir müssen liefern, und zwar alle miteinander." (Reuters, dpa)

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