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Auszeichnung : Berliner Aktivisten und kolumbianische Menschenrechtler erhalten Aachener Friedenspreis

Die Aktivistengruppe "Peng!" aus Berlin bekommt für ihre "mutigen, humorvollen Aktionen" den Aachener Friedenspreis. Eine weitere Auszeichnung geht an Menschenrechtler aus Kolumbien.

Die kolumbianische Menschenrechtsorganisation "Concern Universal Colombia" erhält in diesem Jahr den Aachener Friedenspreis.
Die kolumbianische Menschenrechtsorganisation "Concern Universal Colombia" erhält in diesem Jahr den Aachener Friedenspreis.Foto: epd

Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an die kolumbianische Menschenrechts- und Entwicklungsorganisation „Concern Universal Colombia“. Nationaler Preisträger ist das Berliner Aktivistenkollektiv „Peng!“, wie die Friedenspreisinitiative am Dienstag in Aachen mitteilte. Die mit jeweils 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Antikriegstag am 1. September verliehen.

„Concern Universal Colombia“ erhält die Auszeichnung „für die praxisbezogene Sozialarbeit und das ganzheitliche Verständnis von Frieden, das mehr beinhaltet als die Abwesenheit von Krieg und Gewalt“, hieß es. Die von der walisischen Entwicklungshelferin Siobhan McGee und dem kolumbianischen Lehrer Jaime Bernal gegründete Organisation engagiert sich den Angaben zufolge unter anderem im Aufbau von Kleinstbetrieben, Kinderbetreuung und Seniorenbildung sowie politischer Bildung zum Thema Menschenrechte.

Das Künstler- und Aktivistenkollektiv „Peng!“ wird für seine „mutigen, kreativen und humorvollen Aktionen im Internet und in den Medien“ geehrt. Die Mitglieder infiltrieren Veranstaltungen mit falschen Identitäten und starten fake-Kampagnen. Unter anderem entschuldigten sie sich im Namen des Bundesarbeitsministeriums für die Hartz IV-Gesetze, verkündeten den Rückruf aller Heckler & Koch-Waffen in den USA oder verliehen den Friedenspreis der Waffenindustrie an einen Rüstungsmanager.

Zuletzt hatten die Aktivisten eine Aktion namens "Deutschland geht klauen!" gestartet. In einem Video riefen die "Peng!"-Mitglieder dazu auf, Artikel wie Bananen, Tee, Schokolade oder Orangensaft in Supermärkten zu klauen und das Geld direkt an die Gewerkschaften in den Produktionsländern zu spenden. Damit will das "Peng!"-Kollektiv gegen unfaire Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in den Erzeugerländern aufmerksam machen.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises solle das Kollektiv in seiner Arbeit bestärken und möglichst viele Menschen zum Nachahmen und Mitmachen animieren, hieß es weiter. Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Menschen verliehen, die sich in ihrem Umfeld für Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Er wird von rund 50 kirchlichen, politischen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen sowie von etwa 350 Einzelpersonen getragen, die im Verein „Aachener Friedenspreis“ zusammengeschlossen sind. Die Preisverleihung ist traditionell am 1. September. (epd)

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