Berichte von US-Medien : Sohn von Osama bin Laden soll tot sein

Im Februar setzte die US-Regierung ein Kopfgeld auf ihn aus. Nun melden US-Medien, dass Hamsa bin Laden getötet worden sei. Details dazu gibt es nicht.

Ein von der CIA 2017 veröffentlichtes Foto aus einem Video zeigt Hamsa bin Laden bei seiner Hochzeit.
Ein von der CIA 2017 veröffentlichtes Foto aus einem Video zeigt Hamsa bin Laden bei seiner Hochzeit.Foto: dpa/CIA

Der Sohn von Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden, Hamsa bin Laden, ist Berichten verschiedener US-Medien zufolge tot. So schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte US-Regierungsbeamte, Hamsa bin Laden sei während der vergangenen zwei Jahre, also in der Regierungszeit Donald Trumps, getötet worden. Es habe aber gedauert, seinen Tod zu bestätigen.

Die US-Regierung habe bei der Tötung Hamsa bin Ladens eine Rolle gespielt, doch sei nicht klar, in welcher Form, schreibt die Zeitung. Einzelheiten etwa auch zum Ort des Geschehens seien spärlich.

Der Sender NBC hatte zuerst berichtet, es lägen Geheimdienstinformationen vor, wonach Hamsa bin Laden tot sei. NBC berief sich dabei auf drei ebenfalls nicht identifizierte Regierungsbeamte. US-Präsident Trump lehnte eine Stellungnahme ab. „Ich möchte das nicht kommentieren“, sagte er auf Nachfrage von Journalisten im Weißen Haus.

Die USA hatten im Februar eine Million Dollar Belohnung auf Hinweise zum Aufenthaltsort des Bin-Laden-Sohns ausgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt sei Hamsa bin Laden schon tot gewesen, schreibt die „New York Times“, doch hätten die Geheimdienste damals seinen Tod noch nicht verifizieren können.

Hamsa bin Laden habe sich „zu einem der Anführer“ des Terrornetzwerks Al-Kaida entwickelt, teilte das Außenministerium seinerzeit bei der Aussetzung des Kopfgeldes mit. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, wonach sich Hamsa bin Laden in Pakistan, Afghanistan, Syrien oder dem Iran versteckt halte. Er galt als möglicher Nachfolger von Al-Kaida-Führer Aiman al-Sawahiri.

Sohn drohte mit Rache für Ermordung des Vaters

Seinen Vater Osama bin Laden hatten US-Sondereinsatzkräfte 2011 in seinem Versteck in Pakistan aufgespürt und getötet. Hamsa bin Laden ist das 15. von etwa 20 Kindern bin Ladens und Sohn von dessen dritter Frau.

In den vergangenen Jahren tauchte Hamsa bin Laden verstärkt in der Al-Kaida-Propaganda auf. So verbreitete das Terrornetzwerk zum 16. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 eine Fotomontage, die die Gesichter von Osama und Hamsa bin Laden in den Flammen des New Yorker World Trade Centers zeigt.

2015 rief Hamsa bin Laden die Dschihadisten in Syrien in einer Audiobotschaft zur Einheit auf, die zur „Befreiung Palästinas“ führen werde. Im gleichen Jahr drohte er mit Anschlägen in den USA, Europa und aller Welt, um die Tötung seines Vaters zu rächen. Auch rief er zum Sturz der Monarchie in Saudi-Arabien auf, dem Heimatland seiner Familie. (mit AFP)

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!