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Debatte um Hartz IV : Mehrheit der Deutschen ist für ein solidarisches Grundeinkommen

Michael Müllers Vorschlag für eine Alternative zu Hartz IV kommt an: 61,8 Prozent stimmen ihm in einer repräsentativen Civey-Umfrage für den Tagesspiegel zu.

Hat die Debatte angestoßen: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).
Hat die Debatte angestoßen: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).Foto: Britta Pedersen/dpa

Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich für ein solidarisches Grundeinkommen für Langzeitarbeitslose aus, wie es vom Berliner Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) gefordert wird. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Civey im Auftrag des Tagesspiegels. Auf die Frage: "Sollte jeder Langzeitarbeitslose in Deutschland das Recht auf eine gemeinnützige, steuerfinanzierte Beschäftigung zum Mindestlohn erhalten?" antworteten 61,8 Prozent der Befragten mit "Ja, auf jeden Fall" oder mit "Eher ja". 26 Prozent äußerten sich negativ. 12,2 Prozent waren unentschieden.

Die große Zustimmung zieht sich durch alle Schichten. Wohlhabende äußern sich ähnlich wie der Durchschnitt. Auch bei den Anhängern verschiedener Parteien ist der Unterschied eher gering, nur bei Anhängern der Linken ist die Zustimmung erwartungsgemäß noch größer.

Müllers Vorstoß stößt auch in der Politik auf große Resonanz

Müller hatte in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel ein solches solidarisches Grundeinkommen als Alternative für Hartz IV gefordert. SPD-Vize Malu Dreyer und – etwas zurückhaltender – Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatten sich positiv zu Müllers Vorschlägen geäußert.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 5068 repräsentativ ausgewählten Befragten vom 26. bis 28. März 2018. Die statistische Fehlerquote liegt bei 2,5 Prozent. Das Ergebnis ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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