Desiderius-Erasmus-Stiftung : Erika Steinbach leitet AfD-nahe Stiftung

Die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach ist zur Vorsitzenden der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung gewählt worden. Sie will sich für "Freiheit der Wissenschaft" einsetzen.

Erika Steinbach.
Erika Steinbach.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach (74) ist zur neuen Vorsitzenden der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung gewählt worden. „Wir sind glücklich, mit Erika Steinbach eine überaus profilierte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens als Vorsitzende unserer Stiftung gewonnen zu haben“, erklärte der Vorstand der Stiftung am Sonntag. Steinbach erklärte: „In Deutschland erleben wir seit Jahren zunehmend einen beunruhigenden Druck nicht nur im Bereich des Meinungsdiskurses, sondern sogar für die Freiheit der Wissenschaften.“ Dieser Entwicklung wolle sich die Stiftung entgegenstellen.

Steinbach ist nicht Mitglied der AfD. Die ehemalige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen übernimmt den Vorsitz von Peter Boehringer. Der wirtschaftsliberale Euro-Gegner hatte den Posten wegen möglicher Interessenskonflikte aufgegeben, nachdem er zum Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Bundestages ernannt worden war. 

Ende Februar hatte Steinbach den Vorsitz der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen abgegeben. Sie das Amt auf eigenen Wunsch auf, hatte die Stiftung mitgeteilt. Der frühere hessische Kultus- und Justizminister Christean Wagner (CDU) übernimmt den Posten. Steinbach hatte dazu getwittert: "Diese Stiftung war und ist mir ein Herzensanliegen." "Mit fast 18 Jahren ist sie nahezu volljährig - Kinder muss man loslassen." Steinbach hatte die Stiftung, die sich mit dem Schicksal deutscher Vertriebener und Spätaussiedler befasst, im Jahr 2000 gegründet. Die 74-Jährige gehörte bis zu ihrem Parteiaustritt im Januar 2017 dem konservativen Flügel der CDU an.

Aktuell konkurrieren mehrere Vereine darum, von der AfD anerkannt zu werden. Neben der Desiderius-Erasmus-Stiftung werden auch einer von Parteichef Alexander Gauland favorisierten Stiftung Chancen eingeräumt, die nach dem 1929 verstorbenen nationalliberalen Politiker Gustav Stresemann benannt ist. Diese Stiftung sieht sich jedoch mit namensrechtlichen Problemen konfrontiert. Steinbach und Gauland kennen sich gut aus der Zeit als beide noch Mitglieder der CDU in Hessen waren. (dpa/AFP)

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