"Die Klimaveränderungen spüren wir" : Bauernverband beklagt Ernteausfälle

Die deutschen Bauern fahren dieses Jahr eine leicht unterdurchschnittliche Getreideernte ein. Das Witterungsrisiko werde immer größer, so der Bauernverband.

Ein Mähdrescher erntet ein Getreidefeld mit Winter-Gerste ab.
Ein Mähdrescher erntet ein Getreidefeld mit Winter-Gerste ab.Foto: dpa/ Thomas Warnack

Dürre, Starkregen, Hitze: Die deutschen Bauern klagen wegen schwieriger Witterungsverhältnisse über Ernteausfälle. Die Getreideernte sei in diesem Jahr um rund sechs Prozent niedriger ausgefallen als im Schnitt der Jahre 2013 bis 2017, teilte der Deutsche Bauernverband am Freitag in Berlin mit. "Die Klimaveränderungen spüren wir", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied. "Das ist eine zunehmende Herausforderung." Besonders in Mittel- und Ostdeutschland sowie in Teilen des Nordens habe es erneut zu wenig Niederschläge gegeben. Hier seien die Ernteerträge besonders schlecht gewesen, während es etwa in Bayern und Baden-Württemberg durchschnittliche Ergebnisse gegeben habe.

Rukwied forderte Hilfe von der Politik. "Das Witterungsrisiko, das immer größer wird, liegt beim Landwirt", sagte er. Doch durch eine steuerliche Förderung sowie Anschubkapital für den Aufbau einer Versicherung könne geholfen werden, damit sich Bauern gegen solche Risiken absichern könnten. Die Bauern selbst würden wegen der Klimaveränderungen vermehrt resistente Samenmischungen einführen.

Auch der Obst- und Gemüseanbau ist den Angaben nach angesichts von Extremniederschlägen, vielen Hitzetagen und Trockenheit schwierig. Je nach Sorte fielen die Ernteergebnisse allerdings unterschiedlich aus. Bei Erdbeeren etwa gab es einen Rückgang, bei Äpfeln wird nach der Rekordernte des vergangenen Jahres ebenfalls ein Minus erwartet, während bei Süßkirschen ein Anstieg vorausgesagt wird.

Zu schaffen machen den Bauern aber nicht nur Klimaveränderungen, sondern auch Personalengpässe. Der Verband appellierte deshalb an die Politik, wirksame Abkommen für die Beschäftigung von Saisonarbeitskräften mit nicht zur EU gehörenden Ländern abzuschließen. (Reuters)

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