Dienstjahr für Flüchtlinge : Nur mal so 'ne Idee

Sollen Flüchtlinge ein Dienstjahr absolvieren? Arbeit ist Mittel zur Integration. Dreist ist der Vorschlag aus der CDU trotzdem. Ein Kommentar.

Annegret Kramp-Karrenbauer mit neuem Vorschlag: Ein Dienstjahr für Flüchtlinge soll bei der Integration helfen.
Annegret Kramp-Karrenbauer mit neuem Vorschlag: Ein Dienstjahr für Flüchtlinge soll bei der Integration helfen.Foto: dpa

Annegret Kramp-Karrenbauer hatte mal wieder ’ne Idee. Kaum ist die von ihr angestoßene Debatte um ein verpflichtendes Dienstjahr für alle jungen Deutschen etwas abgeflaut, legt die CDU-Generalsekretärin nach. In einem Interview schlägt sie ein Dienstjahr für Flüchtlinge vor, „freiwillig oder verpflichtend“. Das könne „in der Bevölkerung die Akzeptanz erhöhen, dass Flüchtlinge bei uns leben“.

Sicher, Arbeit ist das beste Mittel zur Integration. Dreist ist der Vorschlag trotzdem. Die Idee kommt ausgerechnet aus jener Partei, die erst vor einer Woche dem „Spurwechsel“ eine Absage erteilt hat, also Bleibemöglichkeiten für abgelehnte Asylbewerber, die einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz haben. Zudem gibt es die Möglichkeit eigentlich schon, zumindest noch.

Seit Dezember 2015 fördert das Bundesfamilienministerium Flüchtlinge, die den Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Dafür wurden neue Plätze geschaffen, die Teilnehmer können Intensivsprachkurse machen und erhalten Taschengeld. Rund 11.000 Menschen haben seither diese Möglichkeit wahrgenommen.

Auf eine Anfrage der Grünen teilte das Ministerium im Mai allerdings mit, das Programm 2019 nicht weiter zu finanzieren. Statt in Interviews eine Arbeitspflicht für Migranten vorzuschlagen, könnte Annegret Kramp-Karrenbauer ja mal ihre Parteifreunde mit Kabinettsrang drängen, das freiwillige Programm fortzusetzen. Nur mal so ’ne Idee.

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