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Elf Tote in Hanau : Was bislang über den Anschlag bekannt ist

Elf Tote, darunter der Täter Tobias Rathjen. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen rechtsextremer Motive. Antworten auf wichtige Fragen zu Tat und Täter.

SEK-Beamte sind in der Nähe eines Tatorts im Einsatz.
SEK-Beamte sind in der Nähe eines Tatorts im Einsatz.Foto: Boris Roessler/dpa

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Mittwochnacht hat Tobias Rathje, Anfang 40, in Hanau vor zwei Shisha-Bars insgesamt neun Menschen erschossen, offenbar hat er außerdem auch seine Mutter und sich selbst getötet. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt, Hessens Innenminister Peter Beuth spricht von „rechtem Terror“.

Was ist in Hanau passiert?

In Hanau sind am Mittwochabend ab etwa 22 Uhr in und vor zwei Hanauer Shisha-Bars Schüsse gefallen. Dabei wurden in der Innenstadt im Bereich des Heumarkts neun Menschen getötet.

[Die weiteren Entwicklungen und Reaktionen auf Hanau können Sie hier im Liveblog mitverfolgen.]

Wie viele Verletzte und Tote gibt es in Hanau insgesamt?

Am frühen Donnerstagmorgen stürmten Spezialkräfte die Wohnung des Tatverdächtigen Tobias Rathjen in Hanau und entdeckten dort sowohl dessen Leiche als auch die Leiche seiner Mutter. Diese hat der Täter offenbar ebenfalls erschossen.

Insgesamt sind damit elf Menschen in Hanau gestorben. Zudem wurden mehrere Menschen verletzt, zwischenzeitlich wurde ihre Zahl mit etwa fünf angegeben. Hinweise auf weitere Täter gibt es bisher nicht.

Was sind die Hintergründe der Tat in Hanau?

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen zu der Tat in Hanau übernommen, und zwar „aufgrund des Verdachts auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund“ und aufgrund der „Bedeutung der Tat“. Hessens Innenminister Peter Beuth spricht von einem „Anschlag auf unsere freie und friedliche Gesellschaft“.

Das sind die wichtigsten Artikel über die Gewalttaten von Hanau:

Was ist über Tobias Rathjen bekannt?

Tobias Rathjen hat ein mehrseitiges Bekennerschreiben veröffentlicht, in dem er sich auch klar rassistisch äußert. Es wird auch geprüft, ob bei dem Mann einen psychische Störung vorliegt. In den vergangenen Tagen hatte er auf Youtube ein wirres Video voll mit Verschwörungstheorien im Blick auf die USA veröffentlicht. Nach Informationen der „Bild“ besaß Rathjen außerdem einen Jagdschein.

Aus Sicherheitskreisen heißt es, Tobias Rathjen sei bisher nicht aufgrund rechtsextremer Straftaten bekannt gewesen. Der „Modus Operandi“ des Anfang 40-Jährigen aber erinnere an die Tat von Stephan Balliet in Halle, der dort im November die Synagoge angegriffen und zwei Menschen getötet hatte.

Was ist über den Hergang der Tat in Hanau bekannt?

Im Bereich des Heumarkts tötete der mutmaßliche Täter der Polizei zufolge in der einen Shisha-Bar drei Menschen und verletzte mindestens eine weitere Person. Die Spuren wurden mit Farbspray markiert.

Ein weiterer Tatort liegt nach Polizeiangaben bei einer weiteren Shisha-Bar am Kurt-Schumacher-Platz. Er befindet sich etwa zweieinhalb Kilometer vom Heumarkt entfernt im Stadtteil Kesselstadt. Dort kamen der Polizei zufolge fünf Menschen ums Leben. Wo das neunte Opfer starb, war zunächst nicht bekannt. Eine mögliche dritte Schießerei in Lamboy bestätigte sich nicht. Die Polizei war zwar auch dort mit einem Großaufgebot vor Ort.

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Hanau: Anhaltspunkte für rechtsextremen Hintergrund
Hanau: Anhaltspunkte für rechtsextremen Hintergrund

Wie reagiert die Politik auf Hanau?

Die Bundesregierung reagierte erschüttert auf das schwere Gewaltverbrechen in Hanau. „Die Gedanken sind heute morgen bei den Menschen in Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagmorgen auf Twitter. „Tiefe Anteilnahme gilt den betroffenen Familien, die um ihre Toten trauern“, fügte er hinzu. Seibert äußerte die Hoffnung, dass die Verletzten bald wieder gesund werden.

Die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hanau, Katja Leikert (CDU), zeigte sich nach den tödlichen Schüssen bestürzt. „In dieser fürchterlichen Nacht in Hanau wünsche ich den Angehörigen der Getöteten viel Kraft und herzliches Beileid“, schrieb die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion bei Twitter.

„Den Verletzten eine hoffentlich schnelle Genesung. Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle. Danke an alle Einsatzkräfte!!“
Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky äußerte sich schockiert über die Gewalttat in seiner Stadt.

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„Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben“, sagte Kaminsky bei einer Sondersendung von „Bild live“ in der Nacht. Für den Bürgermeister war das „ein Abend, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen kann“.

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