Erfolg der Ökopartei : Die Grünen müssen sich an Taten messen lassen

Ein Staatsfonds für Klimaschutz ist ein teures Versprechen der Grünen unter vielen. Eine nachhaltige Strategie für eine Partei mit Machtoption? Ein Kommentar.

Christian Schaudwet
Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.
Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag.Foto: Britta Pedersen/dpa

Erst die Drohung, Amazon und anderen Online-Händlern das Wegwerfen neuwertiger Retourware zu verbieten, dann die Forderung nach 100.000 neuen Wohnungen pro Jahr – und jetzt der Ruf nach einem 100-Milliarden-Euro-Fonds, der Deutschlands Schutz vor der Klimaerwärmung finanzieren soll. In kurzer Folge feuert die Grünen-Fraktionsvorsitzende Kathrin Göring-Eckardt derzeit Großprojekte in die Debatte, die ihrer Partei maximale Aufmerksamkeit verschafft und auch außerhalb des eigenen Klientels Sympathie einbringen dürften.

Der Wunsch nach mehr Klimaschutz ist im Massenbewusstsein angekommen, die Empfänglichkeit für die ureigenen Themen der Grünen steigt. Eine solch günstige Gelegenheit weiß die Partei geschickt zu nutzen. Und ja, mit ihren Vorschlägen benennt sie hochrelevante Probleme und zeigt eklatante Versäumnisse der Regierenden auf. Vorstöße wie die von Göring-Eckardt zeugen von gutem Gespür und taktischer Finesse, doch Beleg für eine schlüssige Strategie sind sie noch nicht.

In der Opposition machen die Wortführer der Partei eine gute Figur. Eine Bundesregierung unter grüner Führung rückt in den Bereich des Möglichen – 27 Prozent würden sie derzeit wählen. Sollte es so kommen, wird man sich an die heutigen Forderungen der Grünen erinnern und ihre Taten daran messen.

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