Freigesprochene Christin : Anwalt: Asia Bibi würde gerne nach Deutschland ausreisen

Die pakistanische Christin Asia Bibi will nach ihrer Haftentlassung nach Deutschland kommen. Das sagte ihr Anwalt - und mahnte zur Eile: "Die Zeit wird knapp."

Der Anwalt von Asia Bibi, Saif-ul-Malook, bei einer Pressekonferenz in Den Haag.
Der Anwalt von Asia Bibi, Saif-ul-Malook, bei einer Pressekonferenz in Den Haag.Foto: JOHN THYS / AFP

Nach ihrer Entlassung aus pakistanischer Haft will die Christin Asia Bibi mit ihrer Familie nach Deutschland ausreisen. Bibis Anwalt Saif-ul-Malook sagte „Bild am Sonntag“: „Meine Mandantin wäre glücklich, wenn sie mit ihrer Familie nach Deutschland ausreisen könnte.“

Die Katholikin war 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung in dem vorwiegend muslimischen Land zum Tode verurteilt worden, wurde aber kürzlich freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen. Am 31. Oktober sprach sie das Oberste Gericht Pakistans überraschend frei. Seither schicken islamistische Gruppen Tausende Demonstranten auf die Straße, um gegen das Urteil zu protestieren und Bibis Hinrichtung zu fordern. Anwalt Saif-ul-Malook, der in die Niederlande geflüchtet war, mahnte zur Eile: „Es gibt für meine Mandantin keine gerichtlichen Auflagen. Sie kann gehen, wohin sie will. Aber die Zeit wird knapp.“

Deutschland ist offenbar bereit, Bibi und ihre Familie unter bestimmten Bedingungen aufzunehmen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es laut „Bild am Sonntag“: „Wir sind mit der pakistanischen Regierung und unseren Partnern im Gespräch. Für uns steht der Schutz von Asia Bibi und ihrer Familie im Vordergrund.“ Mehrere europäische Länder seien mit Blick auf eine mögliche Aufnahme aufgeschlossen. „Dazu gehört selbstverständlich auch Deutschland“, so das Außenministerium.

Zuvor hatte der CDU-Menschenrechtsexperte Michael Brand für Asia Bibi Schutz in Deutschland gefordert. „Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, dass Asia Bibi in Freiheit und in Sicherheit leben kann“, sagte der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. „Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können.“

Bibis Ehemann Ashiq Masih hatte einige westliche Staaten um Asyl gebeten und dabei besonders an die italienische Regierung appelliert, seiner Familie zu helfen. (dpa, KNA)

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