• Hartz-IV Studie vorgestellt: Jeder zweite Sozialhilfeempfänger benötigt Unterstützung nach Jobvermittlung

Hartz-IV Studie vorgestellt : Jeder zweite Sozialhilfeempfänger benötigt Unterstützung nach Jobvermittlung

Arm trotz Arbeit – mehr als die Hälfte aller Hartz-IV Bezieher müssen weiter Leistungen in Anspruch nehmen, nachdem sie Arbeit gefunden haben.

Trotz erfolgreicher Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt benötigen mehr als die Hälfte aller Hartz-IV Empfänger Unterstützung von den Ämtern.
Trotz erfolgreicher Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt benötigen mehr als die Hälfte aller Hartz-IV Empfänger Unterstützung...Foto: Jan Woitas/dpa

Viele Hartz-IV-Empfänger sind auch nach einer Rückkehr in die Beschäftigung weiter auf staatliche Hilfe angewiesen. Im vergangenen Jahr konnten nur 45,5 Prozent der Betroffenen drei Monate nach der Integration in den Arbeitsmarkt den Bezug von Hartz IV oder Sozialgeld beenden. Das geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Auftrag des Bundestagsabgeordneten René Springer (AfD) hervor, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

In knapp 55 Prozent der Fälle war die Rückkehr in die Beschäftigung hingegen nach drei Monaten noch nicht bedarfsdeckend, die Beschäftigten waren also weiter auf Sozialleistungen angewiesen. Besonders betroffen waren Beschäftigte mit Kindern: Nur jeder Dritte aus dieser Gruppe konnte den BA-Zahlen zufolge durch die Integration in den Arbeitsmarkt die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen beenden.

Im Vergleich der Bundesländer gibt es große Unterschiede: In Berlin gelang es nur 38,8 Prozent der Betroffenen, nach der Rückkehr in die Beschäftigung unabhängig von Sozialleistungen zu werden. Die höchste Erfolgsquote hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 51 Prozent, gefolgt von Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg.

Der Abgeordnete Springer kritisierte die Bilanz. „Wir sehen Hunderttausende, die ihre Abhängigkeit von staatlichen Leistungen nicht beenden könne“, sagte er. „Dieses Hartz-IV-Karussell dreht sich schon viel zu lange. Es wird Zeit dieses bürokratische und stigmatisierende System zu überwinden.“

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Unter Integration in den Arbeitsmarkt wird nicht nur die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung verstanden, sondern etwa auch die Aufnahme einer selbstständigen Arbeit oder einer öffentlich geförderten Beschäftigung. (AFP)

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