• Hersteller sollen verpflichtet werden: Umweltbundesamt fordert Recht auf Reparatur von Elektrogeräten

Hersteller sollen verpflichtet werden : Umweltbundesamt fordert Recht auf Reparatur von Elektrogeräten

Handys sollten so gebaut sein, dass man sie reparieren kann, sagt der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner. Außerdem fordert er eine längere Garantie.

Dirk Messner.
Dirk Messner.Foto: Susanne Kambor/Umweltbundesamt

Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, hat ein Recht auf Reparatur gefordert. „Die Hersteller müssen verpflichtet werden, Handys und andere Elektrogeräte so zu bauen, dass man sie reparieren kann“, sagte Messner im Interview mit dem Tagesspiegel. Dafür müsse die Politik Standards festlegen. „Wir brauchen außerdem langlebigere Elektrogeräte. Hersteller sollten mindestens so lange Garantie geben, wie es der Stand der Technik erlaubt“, forderte der Politikwissenschaftler.

In Europa liege der Anteil der Rohstoffe, die wirklich recycelt würden und wieder zum Einsatz kämen, nur bei zwölf Prozent, kritisierte Messner. „Statt Abfallberge zu schaffen, sollten wir unsere Ressourcen in Kreisläufen führen. Die Produkte von heute müssen die Rohstofflager von morgen werden“, sagte er. Produkte müssten so entworfen werden, dass man ihre Einzelteile später wiederverwenden könne.

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Um die Wirtschafts- und Lebensweise vom Naturverbrauch zu entkoppeln, forderte Messner, nicht nur effizienter im Umgang mit den Ressourcen zu werden, sondern auch den Konsum zu überdenken. „Es bringt ja nicht mehr Lebensqualität, wenn man möglichst viele Produkte kauft, die wenig später im Müll landen“, sagte er.

Weniger Fleischkonsum hilft dem Klima

Auch der Einzelne könne im Kampf gegen den Klimawandel etwas ausrichten. „Wir sind in Deutschland 80 Millionen Konsumenten. Gemeinsam können wir große Hebel bewegen“, sagte Messner. „Wenn wir alle weniger Fleisch essen, hilft das dem Klima. Wir entscheiden auch selbst, ob wir einen dicken SUV fahren oder mit dem Elektroauto oder dem Fahrrad.“

Auch ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde nach Berechnungen des Umweltbundesamts einen Beitrag für den Klimaschutz bringen. „Bei Tempo 130 würde man immerhin zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen, bei Tempo 100 sogar gut sechs Millionen Tonnen“, sagte Messner.

Wenn der Klimawandel nicht eingedämmt werde, werde das „unsere Freiheit und unseren Wohlstand massiv bedrohen“, sagte Messner. „Dagegen sind der Verzicht auf Schnitzel oder auf Raserei Kleinkram.“

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