Jahrestag der November-Pogrome : Thüringen verbietet aus Pietät Jagd am 9. November

Thüringens Agrarministerin hat die Jagd in den Landesforsten am 9. November verboten – das gebiete das Gedenken am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht.

Eine Jägerin mit einem Jagdgewehr.
Eine Jägerin mit einem Jagdgewehr.Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Die Thüringer Landesagrarministerin Birgit Keller (Linke) hat einem Medienbericht zufolge für den 9. November die Jagd in den Thüringer Landesforsten verboten. In einer Verfügung, die der Zeitung vorliege, erkläre Keller, dass sie als Zeichen der Pietät vor dem 80. Jahrestag der Novemberpogrome der Nationalsozialisten am 9. November 1938 in den landeseigenen Wäldern an diesem Tag jegliches Schießen und den Einsatz von Jagdhunden untersage, berichtet die in Erfurt erscheinende „Thüringer Allgemeine“. Sie sei davon überzeugt, „so gebietet es uns das Gedenken“, so die Landwirtschaftsministerin.

Der Tag sei eine Zäsur in der deutschen Geschichte mit dem Beginn der systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Auch in den nächsten Jahren solle am 9. November „entsprechend verfahren“ werden. Unterstützung bekomme Keller von der Thüringer Opposition. Er finde das richtig, sagte der Vorsitzende des Agrarausschusses im Thüringer Landtag, Egon Primas (CDU), der Zeitung: „Frau Keller hat meine Unterstützung.“

Von dem Verbot seien laut der Landesforstanstalt „Thüringenforst“ knapp tausend Jäger betroffen. In elf der 24 Forstämter seien am 9. November Gesellschaftsjagden angesetzt gewesen. Man habe den geladenen Gästen nun einen Ersatztermin in Aussicht gestellt. (epd)

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