Jörn Kruse : Hamburger AfD-Fraktionschef verlässt Partei wegen rechter Tendenzen

Die Zusammenarbeit der AfD mit Rechtsradikalen ist für ihn "untolerierbar". Der Fraktionschef der Hamburger AfD, Jörn Kruse, zieht die Konsequenz.

Austritt aus der AfD: Jörn Kruse
Austritt aus der AfD: Jörn KruseFoto: dpa/Ulrich Perrey

Der Vorsitzende der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Jörn Kruse, verlässt seine Partei wegen rechter Tendenzen. Er werde zum 1. Oktober den Fraktionsvorsitz niederlegen und aus der AfD austreten, schrieb er am Donnerstag in einer E-Mail an die Fraktionsmitglieder, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Die zunehmende Zusammenarbeit von Teilen der AfD, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern, mit Rechten und Rechtsradikalen ist für mich vollständig untolerierbar. Irgendwann ist auch der längste Geduldsfaden zu Ende“, heißt es darin. Der Bürgerschaft wolle er weiter angehören, ab 1. November allerdings nur noch als fraktionsloser Abgeordneter.

AfD-Parteichef Jörg Meuthen sagte, Kruses Rückzug sei „menschlich bedauerlich, aber folgerichtig“. Er erklärte auf Anfrage: „Jörn Kruses Sicht auf die Partei befand sich schon seit längerem fernab der Realität.“ Seine „kruden Beschimpfungen“ von Parteimitgliedern, die vor allem auf Unkenntnis der tatsächlichen Abläufe beruht hätten, „hatten zuletzt einen unmittelbar parteischädigenden Charakter angenommen“. Er sei in der AfD zunehmend isoliert gewesen. (dpa)

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