Junge Alternative : AfD-Parteijugend steht offenbar vor Spaltung

Mitglieder der „Jungen Alternative“ hatten zuletzt über sektenähnliche Strukturen geklagt. Weniger radikale Kräfte planen nun eine Ausgliederung.

Die AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ hat bundesweit rund 1800 Mitglieder.
Die AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ hat bundesweit rund 1800 Mitglieder.Foto: dpa/Maja Hitij

Die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) mit rund 1800 Mitgliedern steht einem Bericht zufolge vor der Spaltung. Bei den weniger radikalen Kräften im Bundesvorstand gebe es Planungen, mehrere Landesverbände aus der JA auszugliedern und von der Partei als neue Jugendorganisation anerkennen zu lassen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Damit würden die radikalen Landesverbände ihre Anbindung an die Mutterpartei AfD verlieren.

Der AfD-Bundesvorstand wird sich laut dem Bericht am Montag mit der Jugendorganisation befassen. "Es gibt die Möglichkeit, die JA oder einzelne Landesverbände von der AfD abzulösen", sagte AfD-Vize Georg Pazderski dem RND. Der JA-Vizechef Nicolai Boudaghi aus Nordrhein-Westfalen betonte, die "rechtsradikalen Umtriebe" in der JA hätten "ein Maß erreicht, das der AfD schadet". "Und wenn die JA der AfD schadet, dann muss sie weg."

Die Richtungskämpfe in der Organisation seien nach der Beobachtung dreier Landesverbände durch den Verfassungsschutz weiter eskaliert, hieß es in dem Bericht. In Bremen und Niedersachsen werden die JA-Landesverbände schon seit einigen Monaten von Verfassungsschutz beobachtet, in der Folge löste die AfD die JA in Niedersachsen bereits auf. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass nun auch die JA in Baden-Württemberg beobachtet wird, was zu einer Spaltung des dortigen Landesverbands führte.

Mitglieder der  AfD-Parteijugend im Südwesten klagten über sektenähnliche Strukturen. In mehreren Bezirksverbänden seien „regelrechte Parallelstrukturen mit engen Verbindungen zu der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung (ID) aufgebaut“ worden, hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Auch der frühere JA-Chef Markus Frohnmaier plädierte für einen Neuanfang. Die "Marke JA" sei verbrannt, sagte der Bundestagsabgeordnete aus Schwaben dem RND. "Eine vom Verfassungsschutz beobachtete Jugendorganisation ist nicht attraktiv für junge Menschen." Die Partei müsse jetzt "konsequent reagieren".

Zunächst müsse aber der Verfassungsschutzbericht ausgewertet werden, fügte Frohnmaier hinzu. Details über die Beobachtung im Südwesten lägen noch nicht vor. Der Verfassungsschutz könne "auch dafür benutzt werden, unliebsamen politischen Wettbewerbern zu schaden", kritisierte der AfD-Politiker. (AFP, dpa)

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